
Das Währungspaar AUD/JPY notiert am Donnerstag im frühen europäischen Handel bei rund 111,25 im Minus. Im weiteren Tagesverlauf könnten die Marktteilnehmer vor der am Freitag anstehenden Veröffentlichung der Verbraucherpreisinflation (CPI) in Tokio und der Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ) vorsichtiger werden.

Es wird erwartet, dass die BoJ den Leitzins auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Oktober unverändert bei 1,25 % belässt. Laut Berichten von Reuters dürfte die japanische Zentralbank bei dieser Sitzung erklären, dass ihr Ziel einer „zugrunde liegenden Inflation“ von 2 % erreicht worden sei.
Händler werden die Pressekonferenz der BoJ nach weiteren Hinweisen verfolgen. Diese könnte Aufschluss über das Tempo und den Zeitpunkt weiterer Zinserhöhungen geben. Signale für einen restriktiveren geldpolitischen Kurs seitens der BoJ-Verantwortlichen könnten den japanischen Yen (JPY) gegenüber dem australischen Dollar (AUD) stärken.
Auf der anderen Seite haben höhere australische CPI-Inflationsdaten die Erwartungen an Zinserhöhungen der Reserve Bank of Australia (RBA) verstärkt. Dies könnte wiederum dazu beitragen, die Verluste des australischen Dollars zu begrenzen.
Laut dem ASX RBA Rate Tracker preisen die Märkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 82 % für eine Zinserhöhung auf 4,85 % bei der nächsten Sitzung des RBA-Direktoriums ein. Vor der Veröffentlichung der australischen CPI-Daten lag sie noch bei 62 %.
Die Analysten der Commerzbank weisen darauf hin, dass die Bank of Japan zwar am Freitagmorgen tagt, „aber nur wenige erwarten, dass die Sitzung selbst eine Zinsänderung bringt“. Die Märkte rechnen damit, dass der Tagesgeldsatz „bei 1,25 % bleibt, und keiner der von Bloomberg befragten Ökonomen erwartet in dieser Woche eine Zinserhöhung“. Für die Devisenmärkte sei daher „die wichtigere Frage, welche Signale die BoJ für Dezember sendet“. Derzeit preisten die Märkte „eine Wahrscheinlichkeit von rund 80 % für eine Zinserhöhung bis dahin ein, im Einklang mit unserer eigenen Erwartung, dass die BoJ den Leitzins auf 1,5 % anheben wird“. Nach Einschätzung der Commerzbank „deuten die jüngste Kommunikation der BoJ sowie das wirtschaftliche Umfeld zunehmend darauf hin, dass der nächste Schritt zur geldpolitischen Normalisierung näher rückt“.
Die Analysten betonen, dass „der halbjährliche Bericht der BoJ über Risiken für das Finanzsystem diese Einschätzung zusätzlich gestützt hat“. Auch wenn er „kaum die naheliegendste Quelle für geldpolitische Signale“ sei, lege der Bericht „nahe, dass höhere Zinsen für Japans Finanzsystem weiterhin verkraftbar sein dürften“. In ihrem Stresstest kommt die BoJ zu dem Ergebnis, dass „selbst ein Anstieg des Leitzinses auf 2 % japanische Banken und Unternehmen vor keine größeren Probleme stellen dürfte“. Sie verweist darauf, dass „die Anhebung auf 1,25 % ebenso wie der Anstieg der Renditen längerfristiger Staatsanleihen bereits ohne nennenswerte Verwerfungen verkraftet wurde“. Die Commerzbank unterstreicht, dass die BoJ selbst klarstellt, „die Annahme von 2 % ist keine Prognose, sondern lediglich Teil des Stresstestszenarios“. Dennoch halten die Analysten fest: „Die Botschaft für die Devisenmärkte ist bemerkenswert: Die Finanzstabilität scheint weiteren Schritten zur geldpolitischen Normalisierung keine zwingenden Grenzen zu setzen.“ Auch wenn „der Freitag selbst dem Yen daher möglicherweise nur begrenzte neue Impulse liefert“, kommt die Commerzbank zu dem Schluss, dass ihre „strukturell positive Einschätzung der japanischen Währung unverändert bleibt“.
Warsh schlägt auf der Pressekonferenz einen klar restriktiven Ton an. Der FXS Speechtracker-Wert liegt bei 7/10 und damit im Einklang mit dem historischen Durchschnitt, was seine konsequente Haltung im Kampf gegen die Inflation unterstreicht. Die Betonung, dass „die Gewährleistung von Preisstabilität nicht an ein festes Datum im Kalender gebunden ist“, signalisiert einen datenabhängigen und ergebnisorientierten Ansatz. Untermauert wird dies durch Verweise auf eine „neue geldpolitische Medizin“, die Rücknahme geldpolitischer Lockerungen im September und die Zuversicht, dass sich die Inflationserwartungen mit Blick auf das PCE-Ziel von 2 % „in die richtige Richtung bewegen“. Wiederholte Zusicherungen wie „Ohne Wenn und Aber werden wir Preisstabilität gewährleisten“ und die Ablehnung jeglichen „weichen Inflationsziels“ unterstreichen die feste Entschlossenheit, die Geldpolitik bei Bedarf zu straffen. Dieses Umfeld stützt tendenziell den Dollar und belastet risikosensitive Vermögenswerte, insbesondere im Technologie- und KI-Bereich, wo die Zinsen laut Warsh inzwischen deutlich Wirkung zeigen.
Der FXS Fed Sentiment Index sprang um +14,39 Punkte auf 141,89 und liegt damit klar im restriktiven Bereich. Dies signalisiert gegenüber dem bisherigen Ausgangsniveau eine deutliche Verschiebung hin zu Erwartungen einer strafferen Geldpolitik. Zusammen mit dem unveränderten FXS Speechtracker-Wert von 7/10 deutet diese Bewegung darauf hin, dass sich die Märkte auf ein entschlosseneres Reaktionsmuster der Fed einstellen. Das hat Auswirkungen auf die Dollarstärke und höhere Renditen, da Anleger eine anhaltende Entschlossenheit zur Eindämmung der Inflation einpreisen.
Im Tageschart bleibt AUD/JPY leicht bärisch ausgerichtet, da sich das Währungspaar unter dem einfachen gleitenden 100-Tage-Durchschnitt (SMA) und dem oberen Bollinger-Band hält. Allerdings bleibt der Kurs oberhalb des mittleren Bollinger-Bandes unterstützt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) über 14 Tage liegt bei 55 und deutet auf ein sich erholendes, aber noch nicht überdehntes Momentum innerhalb einer übergeordneten Korrekturphase hin.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung am mittleren Bollinger-Band bei rund 110,40, gefolgt von der psychologischen Marke von 110,00. Ein Unterschreiten dieser Marke könnte den Weg zu einer tieferen Unterstützung am unteren Bollinger-Band bei etwa 109,35 öffnen. Dort könnte stärkeres Kaufinteresse aufkommen, sollte das Währungspaar seinen Rücksetzer ausweiten.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand am oberen Bollinger-Band bei 111,45, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 112,00. Beide begrenzen zusammen weitere Kursanstiege. Hält sich der Kurs nachhaltig über diesem Niveau, könnte eine Rally bis zum Hoch vom 18. August bei 113,61 folgen.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Der japanische Yen (JPY) gehört zu den weltweit meistgehandelten Währungen. Sein Wert wird grundsätzlich von der Entwicklung der japanischen Wirtschaft bestimmt, insbesondere aber von der Geldpolitik der Bank of Japan, der Renditedifferenz zwischen japanischen und US-amerikanischen Anleihen sowie der Risikobereitschaft der Händler und weiteren Faktoren.
Zu den Aufgaben der Bank of Japan gehört die Währungssteuerung, weshalb ihre Maßnahmen für den Yen von zentraler Bedeutung sind. Die BoJ hat gelegentlich direkt an den Devisenmärkten interveniert, in der Regel, um den Wert des Yen zu senken. Aus Rücksicht auf politische Bedenken ihrer wichtigsten Handelspartner verzichtet sie jedoch auf häufige Eingriffe. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ zwischen 2013 und 2024 führte zu einer Abwertung des Yen gegenüber den wichtigsten anderen Währungen, da die geldpolitischen Kurse der Bank of Japan und anderer großer Zentralbanken zunehmend auseinanderliefen. In jüngerer Zeit hat die schrittweise Abkehr von dieser ultralockeren Geldpolitik den Yen etwas gestützt.
Im vergangenen Jahrzehnt führte das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik zu einer zunehmenden geldpolitischen Divergenz gegenüber anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank Federal Reserve. Dies begünstigte eine Ausweitung der Renditedifferenz zwischen zehnjährigen US-amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stützte. Die Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, die ultralockere Geldpolitik schrittweise aufzugeben, trägt zusammen mit Zinssenkungen anderer großer Zentralbanken dazu bei, diese Differenz zu verringern.
Der japanische Yen gilt häufig als sicherer Hafen. Das bedeutet, dass Anleger in Phasen angespannter Märkte aufgrund seiner vermeintlichen Verlässlichkeit und Stabilität eher Geld in der japanischen Währung anlegen. In turbulenten Zeiten dürfte der Yen gegenüber anderen Währungen aufwerten, deren Anlagen als risikoreicher gelten.