
EUR/USD zeigt sich am Montag freundlich, allerdings fehlt es an Aufwärtsdynamik, da der US-Dollar (USD) einen Teil seiner vorherigen Verluste wettmacht. Unterdessen bewerten Händler neue Nachrichten aus dem Nahen Osten, die die Ölpreise einbrechen ließen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Währungspaar bei rund 1,1200 und damit 0,37 % höher als am Vortag, nachdem es ein Einwochenhoch von 1,1237 erreicht hatte.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte laut ISNA, der Oberste Führer habe der Regierung bestimmte Befugnisse für Verhandlungen eingeräumt. Auf US-Seite berichtete Axios, Präsident Donald Trump befürworte es, der Diplomatie mit dem Iran mehr Zeit zu geben. West Texas Intermediate (WTI) notiert bei rund 96 US-Dollar je Barrel und damit mehr als 5 % im Tagesminus.
Der Rückgang der Ölpreise lindert die Inflationssorgen etwas und hält die Renditen von US-Staatsanleihen unter Druck, was das Aufwärtspotenzial des US-Dollars begrenzen dürfte. Vor den US-Zwischenwahlen am Dienstag bleiben die Märkte zudem vorsichtig. Der US-Dollar-Index (DXY), der die Entwicklung der US-Währung gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 101,70. Damit liegt er über seinem Tagestief von 101,44, verzeichnet aber weiterhin ein Tagesminus von 0,25 %.
Bei den Konjunkturdaten stieg der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA im Oktober von 54,5 auf 55,5 und übertraf damit die Erwartungen von 54,6. Der Index der gezahlten Preise sank unterdessen von 77,9 auf 75,2 und lag damit unter der Prognose von 77,0.
Der Blick richtet sich auch auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht mit den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls, NFP). Er könnte die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed im Dezember beeinflussen, deren Wahrscheinlichkeit laut dem CME FedWatch Tool derzeit mit 74 % eingepreist wird. Die Währungshüter bleiben für eine weitere Straffung offen, um die Inflation wieder auf das Ziel der Notenbank von 2 % zurückzuführen. Ein schwächerer Arbeitsmarktbericht könnte diese Erwartungen jedoch dämpfen.
Die Analysten von DBS Group Research mahnen, dass der jüngste Dynamikverlust des Dollars „nicht automatisch überzeugende Argumente für den EUR liefert“. Sie argumentieren, dass „Europas fiskalische und politische Unsicherheiten, insbesondere in Frankreich, sowie seine Anfälligkeit gegenüber erhöhten Energiepreisen die Suche nach tragfähigen Alternativen“ zum USD erschweren.
Dennoch stellt DBS fest, dass der Euro „durch die im Vergleich zur Fed klareren Signale der Europäischen Zentralbank zu den Aussichten auf eine Zinserhöhung im Dezember und durch die Bestätigung von Frankreichs Staatsbonität mit Aa3 durch Moody’s durchaus Unterstützung erhielt“. Dies habe einige der regionsspezifischen Bedenken gemildert.
In der Eurozone lag der endgültige HCOB-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Oktober bei 52,7 und damit über dem vorläufigen Wert und den Erwartungen von jeweils 52,4. EZB-Ratsmitglied Peter Kažimír sagte unterdessen am Montag: „Die Frage ist zunehmend nicht mehr, ob weitere Maßnahmen der EZB nötig sind, sondern in welchem Umfang.“ Er fügte hinzu: „Die Märkte unterschätzen möglicherweise noch immer, welcher Kurs erforderlich ist.“ Reuters berichtete, dass Händler in den kommenden zwölf Monaten mit zwei bis drei Zinserhöhungen der EZB rechnen.
Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des US-Dollars (USD) gegenüber den aufgeführten wichtigen Währungen. Am stärksten entwickelte sich der US-Dollar gegenüber dem australischen Dollar.
| USD | EUR | GBP | JPY | CAD | AUD | NZD | CHF | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| USD | -0,35 % | -0,17 % | 0,19 % | 0,00 % | 0,21 % | 0,04 % | -0,73 % | |
| EUR | 0,35 % | 0,19 % | 0,55 % | 0,36 % | 0,57 % | 0,39 % | -0,35 % | |
| GBP | 0,17 % | -0,19 % | 0,38 % | 0,21 % | 0,38 % | 0,20 % | -0,53 % | |
| JPY | -0,19 % | -0,55 % | -0,38 % | -0,16 % | 0,03 % | -0,14 % | -0,90 % | |
| CAD | -0,01 % | -0,36 % | -0,21 % | 0,16 % | 0,21 % | 0,02 % | -0,70 % | |
| AUD | -0,21 % | -0,57 % | -0,38 % | -0,03 % | -0,21 % | -0,17 % | -0,91 % | |
| NZD | -0,04 % | -0,39 % | -0,20 % | 0,14 % | -0,02 % | 0,17 % | -0,73 % | |
| CHF | 0,73 % | 0,35 % | 0,53 % | 0,90 % | 0,70 % | 0,91 % | 0,73 % |
Die Heatmap zeigt die prozentualen Veränderungen wichtiger Währungen im Verhältnis zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte gewählt, die Kurswährung aus der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte den US-Dollar auswählen und der Zeile horizontal bis zum japanischen Yen folgen, zeigt das entsprechende Feld die prozentuale Veränderung von USD (Basiswährung)/JPY (Kurswährung).