
Der Euro (EUR) notiert am Mittwoch im europäischen Handel gegenüber dem US-Dollar (USD) nahe seinem Jahrestief von 1,1113. Das Hauptwährungspaar steht unter Druck, da verstärkte Sorgen am französischen Anleihemarkt und steigende Ölpreise den Euro weiterhin belasten.

Euro unter Druck: Französische Renditeaufschläge steigen, Verbrauchervertrauen fällt auf Tiefstand von 2022
Die Strategen der Scotiabank weisen darauf hin, dass die innenpolitischen Spannungen an den französischen Märkten zunehmend sichtbar werden: „Französische Anleihen … entwickeln sich unterdurchschnittlich, wodurch sich der Renditeaufschlag gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen wieder auf 161 Basispunkte ausweitet.“ Die Stimmung habe sich deutlich verschlechtert: „Das französische Verbrauchervertrauen ist im Oktober auf 80 eingebrochen und hat damit den Tiefstand von 2022 erreicht. Darin spiegeln sich die jüngsten politischen Spannungen und sozialen Unruhen wider.“
Unterdessen hat sich der Anstieg der Ölpreise beschleunigt, nachdem ein Drohnenangriff der vom Iran unterstützten Huthi auf die größte Ölanlage Saudi-Arabiens Ängste vor weiteren Risiken für die Energieversorgung geschürt hat.
Am Dienstag erklärte ein Militärsprecher der mit dem Iran verbündeten Huthi, die Gruppe habe die größte Ölraffinerie Saudi-Arabiens mit einer Rakete getroffen und damit ihre Angriffe auf den weltweit zweitgrößten Rohölproduzenten verstärkt. Die saudischen Behörden bestätigten den Angriff auf die Anlage mit einer Kapazität von 550.000 Barrel pro Tag zunächst nicht, berichtet Reuters.
Wichtige Impulse für den Euro dürften in den kommenden Tagen die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag und die vorläufigen deutschen Daten zum Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Oktober am Freitag liefern. Es wird erwartet, dass die EZB ihre Leitzinsen unverändert lässt.
Mit Blick auf den US-Dollar warten Anleger auf die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) um 18:00 Uhr GMT.
Fed im Fokus: Danske Bank erwartet Zinserhöhungen im Dezember und März
Die Analysten der Danske Bank betonen, dass in den USA „der Zinsentscheid des FOMC heute Abend und die anschließende Pressekonferenz das wichtigste Ereignis der Woche sind“. Sie „erwarten im Einklang mit dem Konsens, dass die Fed ihre Leitzinsen unverändert lässt, während die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 10 % für eine Zinserhöhung einpreisen“.
Die Bank merkt an, dass „die meisten maßgeblichen FOMC-Mitglieder signalisiert haben, mit einer weiteren Zinserhöhung bis Dezember warten zu können, wenngleich einige einen dringenderen Handlungsbedarf sehen“. Daher erwartet sie „zwei bis drei Gegenstimmen zugunsten einer Zinserhöhung“.
Insgesamt bekräftigt die Danske Bank, dass sie „weiterhin die Notwendigkeit einer weiteren Straffung“ sieht und dass „alle Augen auf die Fed gerichtet sind, die die Zinsen voraussichtlich unverändert lassen wird“. In ihrem Basisszenario dürfte Fed-Chef Powell „seine feste Entschlossenheit bekräftigen, die Inflation wieder auf den Zielwert zurückzuführen“. Die Bank hält an ihrer Prognose von „zwei weiteren Zinserhöhungen im Dezember und März“ fest.

Im Tageschart notiert EUR/USD bei 1,1126 und setzt seine bärische Entwicklung fort, da der Kassakurs unter dem exponentiellen gleitenden 20-Tage-Durchschnitt (EMA) bei 1,1228 bleibt. Solange dieser dynamische Widerstand den Kursanstieg begrenzt, steht das Währungspaar weiter unter Druck. Der Relative-Stärke-Index (RSI) nahe 30 deutet darauf hin, dass die Abwärtsdynamik weiterhin dominiert. Die Annäherung an den überverkauften Bereich könnte allerdings eher das unmittelbare Verkaufstempo bremsen als eine Trendwende auslösen.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 20-Tage-EMA bei rund 1,1228. Ein Tagesschlusskurs oberhalb dieser Marke wäre erforderlich, um den aktuellen Abwärtsdruck zu mildern und eine nachhaltigere Erholungsbewegung zu signalisieren. Solange diese Hürde nicht überwunden wird, dürften Kursanstiege als Korrekturen innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends betrachtet werden. Da im Chart keine nahe gelegenen strukturellen Unterstützungen erkennbar sind, bleibt das Währungspaar anfällig für neue Tiefstände, sollten die Verkäufer wieder die Oberhand gewinnen.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) berät bei acht vorab angesetzten Sitzungen pro Jahr über die Geldpolitik und entscheidet über die Zinssätze. Sie verfolgt ein doppeltes Mandat: die Inflation bei 2 % zu halten und Vollbeschäftigung zu gewährleisten. Ihr wichtigstes Instrument dafür ist die Festlegung der Zinssätze – sowohl für ihre Kredite an Banken als auch für die Kreditvergabe der Banken untereinander. Beschließt sie eine Zinserhöhung, wertet der US-Dollar (USD) tendenziell auf, da höhere Zinsen mehr ausländisches Kapital anziehen. Senkt sie die Zinsen, schwächt dies tendenziell den USD, da Kapital in Länder mit höheren Renditen abfließt. Bleiben die Zinsen unverändert, richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Ton der Erklärung des Offenmarktausschusses (FOMC) und darauf, ob dieser restriktiv (mit der Aussicht auf künftig höhere Zinsen) oder expansiv (mit der Aussicht auf künftig niedrigere Zinsen) ausfällt.
Mehr erfahren.Nächste Veröffentlichung: Mi., 28. Okt. 2026, 18:00 Uhr
Häufigkeit: Unregelmäßig
Konsensprognose: 4 %
Vorheriger Wert: 4 %
Quelle:Fed (US-Notenbank)