
Das Währungspaar USD/JPY macht am Montag einen leichten Rückgang aus dem asiatischen Handel wett und steigt in der letzten Stunde wieder über die Marke von 158,00, bleibt jedoch in der bekannten Handelsspanne.

Händler halten sich vor wichtigen Notenbankterminen mit neuen Positionen zurück, die auf eine bestimmte Kursrichtung setzen: Am 28. Oktober steht die mit Spannung erwartete Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an, gefolgt von der Sitzung der Bank of Japan (BoJ) am 29. und 30. Oktober. Unterdessen halten das große Renditegefälle zwischen den USA und Japan und die vorsichtige Haltung der BoJ die Bullen beim japanischen Yen (JPY) in der Defensive und verleihen USD/JPY Rückenwind.
Medienberichten von vergangener Woche zufolge sehen BoJ-Vertreter tatsächlich kaum Bedarf für eine seltene Zinserhöhung auf zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen, solange es keine Anzeichen für einen abrupten Anstieg der Aufwärtsrisiken für die Inflation gibt. Zudem entfernt sich der US-Dollar (USD) angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten von seinem am Freitag erreichten Zweiwochentief. Dies bietet dem Währungspaar USD/JPY zusätzliche Unterstützung.
In der jüngsten Entwicklung teilten die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) am Sonntag mit, dass ein Öltanker nach dem Zusammenstoß mit einer Seemine in der Straße von Hormus Feuer gefangen habe und explodiert sei. Darüber hinaus warnte Mohsen Rezaei, ein Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, dass Teheran einen neuen Vergeltungsplan für einen erneuten amerikanisch-israelischen Angriff vorbereitet habe. Damit bleibt die geopolitische Risikoprämie bestehen.
Allerdings könnten der jüngste deutliche Rückgang der US-Staatsanleiherenditen von ihren Mehrjahreshochs und die Zurückhaltung von Fed-Chef Kevin Warsh, Hinweise auf weitere geldpolitische Schritte zu geben, das Aufwärtspotenzial des USD begrenzen. Zudem bleiben Händler angesichts von Spekulationen, dass die japanischen Behörden erneut zur Stützung der Landeswährung eingreifen werden, in höchster Alarmbereitschaft. Auch dies könnte die Kursgewinne von USD/JPY begrenzen.
Unterdessen sagte BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda am Montag, dass Marktsorgen über Inflationsrisiken die langfristigen Zinsen steigen lassen könnten, wenn der Leitzins nicht angemessen angepasst werde. Ueda ergänzte, dass Japan einen positiven Kreislauf aus steigenden Löhnen und sich erholenden Preisen erlebe, während die zugrunde liegende Inflation nahe dem Zielwert von 2 % bleibe. Daher ist Vorsicht geboten, bevor neue bullische Positionen in USD/JPY eingegangen werden.
Das Währungspaar USD/JPY bewegt sich im 4-Stunden-Chart um den einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) über 100 Perioden, womit der Handel innerhalb der Spanne intakt bleibt. Ein Anstieg über die obere Begrenzung der Handelsspanne im Bereich von 158,75 würde jedoch für weitere Kursgewinne sprechen. Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung an der unteren Begrenzung der Spanne bei 157,60. Ein klarer Durchbruch unter diesen Bereich würde den derzeit bullischen Grundton abschwächen und den Weg für eine tiefere Korrektur auf 4-Stunden-Basis ebnen.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Der japanische Yen (JPY) ist eine der weltweit meistgehandelten Währungen. Sein Wert wird grundsätzlich von der Entwicklung der japanischen Wirtschaft bestimmt. Zu den maßgeblichen Einflussfaktoren zählen insbesondere die Geldpolitik der Bank of Japan, die Differenz zwischen japanischen und US-amerikanischen Anleiherenditen sowie die Risikobereitschaft der Händler.
Zu den Aufgaben der Bank of Japan gehört die Steuerung der Währung, weshalb ihre Maßnahmen für den Yen von entscheidender Bedeutung sind. Die BoJ hat gelegentlich direkt an den Devisenmärkten interveniert, in der Regel, um den Wert des Yen zu senken. Aus Rücksicht auf politische Bedenken ihrer wichtigsten Handelspartner verzichtet sie jedoch auf häufige Eingriffe. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ zwischen 2013 und 2024 führte zu einer Abwertung des Yen gegenüber den wichtigsten anderen Währungen, da die Geldpolitik der Bank of Japan und anderer großer Zentralbanken zunehmend auseinanderlief. In jüngerer Zeit hat die schrittweise Abkehr von dieser ultralockeren Geldpolitik dem Yen etwas Unterstützung verliehen.
Im vergangenen Jahrzehnt hat das Festhalten der BoJ an einer ultralockeren Geldpolitik dazu geführt, dass ihre geldpolitische Ausrichtung zunehmend von der anderer Zentralbanken abwich, insbesondere von jener der US-Notenbank Federal Reserve. Dies begünstigte eine Ausweitung der Renditedifferenz zwischen zehnjährigen US-amerikanischen und japanischen Staatsanleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkte. Die Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, sich schrittweise von der ultralockeren Geldpolitik zu verabschieden, trägt zusammen mit Zinssenkungen anderer großer Zentralbanken dazu bei, diese Differenz zu verringern.
Der japanische Yen gilt häufig als sicherer Hafen. Das bedeutet, dass Anleger in Zeiten von Marktstress aufgrund der ihm zugeschriebenen Verlässlichkeit und Stabilität eher in die japanische Währung investieren. In turbulenten Zeiten dürfte der Yen daher gegenüber anderen Währungen aufwerten, die als risikoreichere Anlage gelten.