
Die mexikanische Zentralbank hat am Dienstag ihre Oktober-Umfrage unter Ökonomen der Privatwirtschaft veröffentlicht. Darin korrigierten die meisten Analysten ihre Inflationserwartungen nach oben und gehen davon aus, dass der Wechselkurs USD/MXN zum Jahresende nahe der psychologisch wichtigen Marke von 18,50 liegen wird.
Im Median erwarten die Ökonomen für 2026 eine Gesamtinflation von 3,88 %, nach 3,87 % in der September-Umfrage, und für 2027 eine Rate von 3,85 %. Die Kerninflation dürfte zum Jahresende bei 3,82 % liegen, nach zuvor erwarteten 3,90 %, und 2027 ebenfalls 3,82 % betragen.

Für die mexikanische Wirtschaft wird 2026 ein Wachstum von 1,50 % erwartet, nach 1,40 % vor einem Monat. Für 2o27 rechnen die Analysten mit einem Wachstum von 1,83 %, das sich damit der Marke von 2 % annähert.
Mit Blick auf die Geldpolitik wird erwartet, dass Banxico den Leitzins für den Rest des Jahres 2026 und bis ins Jahr 2027 hinein unverändert bei 6,50 % belässt. Der Wechselkurs USD/MXN dürfte zum Jahresende 18,39 erreichen und 2027 bei etwa 18,64 liegen.
Die mexikanische Zentralbank, auch Banxico genannt, ist die Zentralbank des Landes. Ihre Aufgabe besteht darin, den Wert der mexikanischen Währung, des mexikanischen Peso (MXN), zu erhalten und die Geldpolitik festzulegen. Ihr vorrangiges Ziel ist dabei eine niedrige und stabile Inflation innerhalb des angestrebten Zielbereichs: bei oder nahe dem Zielwert von 3 %, dem Mittelpunkt eines Toleranzbands von 2 % bis 4 %.
Das wichtigste Instrument der Banxico zur Steuerung der Geldpolitik ist die Festlegung der Leitzinsen. Liegt die Inflation über dem Zielwert, versucht die Zentralbank, sie durch Zinserhöhungen einzudämmen. Dadurch verteuern sich Kredite für private Haushalte und Unternehmen, was die Konjunktur abkühlt. Höhere Zinsen wirken sich in der Regel positiv auf den mexikanischen Peso (MXN) aus, da sie zu höheren Renditen führen und das Land für Anleger attraktiver machen. Niedrigere Zinsen schwächen den MXN hingegen tendenziell. Ein entscheidender Faktor ist die Zinsdifferenz zum US-Dollar, also die erwartete Zinsentwicklung bei Banxico im Vergleich zur US-Notenbank Federal Reserve (Fed).
Banxico tagt achtmal im Jahr. Ihre Geldpolitik wird maßgeblich von den Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) beeinflusst. Daher kommt das geldpolitische Entscheidungsgremium der Zentralbank in der Regel eine Woche nach der Fed zusammen. Dabei reagiert Banxico auf geldpolitische Maßnahmen der Federal Reserve und nimmt diese mitunter vorweg. So erhöhte Banxico nach der Covid-19-Pandemie die Zinsen bereits vor der Fed. Damit wollte sie das Risiko einer deutlichen Abwertung des mexikanischen Peso (MXN) verringern und Kapitalabflüsse verhindern, die das Land destabilisieren könnten.