Britisches Pfund legt gegenüber Euro zu: Britische Arbeitsmarktdaten bekräftigen Erwartungen einer Zinserhöhung durch die Bank of England

  • Das britische Pfund legt nach besser als erwartet ausgefallenen britischen Beschäftigungsdaten zu.
  • Die Märkte preisen eine Wahrscheinlichkeit von 95 % für eine Zinserhöhung der BoE auf der Sitzung am 5. November ein.
  • Die Erwartung weiterer geldpolitischer Straffungen durch die EZB stützt den Euro angesichts politischer Unsicherheit nur begrenzt.

EUR/GBP verliert am Dienstag 0,38 %, da stärker als erwartet ausgefallene britische Arbeitsmarktdaten dem Pfund Sterling (GBP) Auftrieb geben. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Währungspaar bei rund 0,8395 und damit auf einem zuletzt im Mai 2025 verzeichneten Niveau.

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Nach Angaben des Office for National Statistics (ONS) stieg die Beschäftigung in den drei Monaten bis August um 102.000, nach einem Zuwachs von 67.000 im vorangegangenen Zeitraum. Die Arbeitslosenquote sank überraschend auf 4,7 % und damit auf den niedrigsten Stand seit Juli 2025. Zugleich stiegen die regulären Verdienste ohne Bonuszahlungen im Vorjahresvergleich um 3,7 %. Damit lag der Zuwachs über den Erwartungen von 3,6 % und dem auf 3,6 % nach oben revidierten Vorwert.

Die stärkeren Arbeitsmarktzahlen geben der Bank of England (BoE) mehr Spielraum, dem energiepreisbedingten Inflationsdruck infolge des Krieges im Nahen Osten entgegenzuwirken. Die Zentralbank hat den Leitzins im bisherigen Jahresverlauf unverändert bei 3,75 % belassen.

Die Strategen von BBH stellen fest, dass „das GBP gegenüber den meisten wichtigen Währungen zulegt“, nachdem die britischen Arbeitsmarktdaten für August „die Argumente für eine Anhebung des Leitzinses durch die BoE um 25 Basispunkte auf 4,00 % am 5. November untermauert haben“. Sie weisen darauf hin, dass „die Swapkurve eine Wahrscheinlichkeit von 95 % für eine Zinserhöhung der BoE im November und eine Straffung um 100 Basispunkte in den nächsten zwölf Monaten impliziert“, warnen jedoch: „Unserer Ansicht nach muss die BoE die Geldpolitik möglicherweise nicht so stark straffen, wie es die Märkte erwarten. Das belastet das GBP.“

BBH argumentiert, dass „die britische Wirtschaft unterhalb ihrer Kapazitätsgrenze arbeitet, der Leitzins nahe dem oberen Ende der von der BoE auf 2 % bis 4 % geschätzten neutralen Spanne liegt und die Fiskalpolitik nach der Vorlage des britischen Haushalts am 28. Oktober voraussichtlich restriktiver ausfallen wird“. All dies deutet darauf hin, dass die Zentralbank letztlich weniger stark straffen könnte, als derzeit eingepreist ist.

Unterdessen bleibt der Euro (EUR) unter Druck, da sich die sozialen Unruhen in Frankreich, Italien und anderen europäischen Ländern verschärfen und die Sorgen über die fiskalische Stabilität und die politische Unsicherheit zunehmen. Auf geldpolitischer Seite hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen in diesem Jahr zweimal angehoben, um dem Inflationsdruck durch höhere Ölpreise entgegenzuwirken. Die Märkte preisen weitere Straffungen ein, da die Inflation weiterhin über dem 2-%-Ziel der Zentralbank liegt.

Die Volkswirte der Commerzbank räumen ein, dass „die Kerninflation im Euroraum derzeit nur langsam steigt“, betonen jedoch, dass ein genauerer Blick auf die Daten zeige, dass „die hohen Energiepreise bereits die Preise von Waren und Dienstleistungen in die Höhe treiben“. Ihrer Ansicht nach dürfte sich dieser indirekte Effekt verstärken: „Im nächsten Jahr dürfte sich dieser indirekte Effekt … spürbar verstärken und die Kernrate weiter steigen lassen.“

Laut Commerzbank „dürfte die Kerninflation von derzeit 2,5 % bis zum Herbst nächsten Jahres auf über 3 % steigen“, da Unternehmen, die „seit mehr als einem halben Jahr … erhöhte Energiekosten tragen, diese Kosten nun zunehmend weitergeben“. Vor diesem Hintergrund rechnet die Bank mit einer Anhebung der EZB-Projektionen und erklärt: „Auf Basis unserer aktuellen Prognosen dürfte die EZB ihre Erwartungen im Dezember erneut anheben. Dies stützt unsere Erwartung einer Zinserhöhung durch die EZB im Dezember.“

Kursentwicklung des Pfund Sterling heute

Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des britischen Pfunds (GBP) gegenüber den aufgeführten wichtigen Währungen. Am stärksten legte das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar zu.

USD EUR GBP JPY CAD AUD NZD CHF
USD -0,08 % -0,44 % -0,36 % -0,47 % -0,20 % -0,40 % -0,49 %
EUR 0,08 % -0,39 % -0,28 % -0,38 % -0,10 % -0,32 % -0,40 %
GBP 0,44 % 0,39 % 0,13 % -0,00 % 0,30 % 0,06 % -0,02 %
JPY 0,36 % 0,28 % -0,13 % -0,13 % 0,17 % -0,07 % -0,14 %
CAD 0,47 % 0,38 % 0,00 % 0,13 % 0,28 % 0,07 % -0,02 %
AUD 0,20 % 0,10 % -0,30 % -0,17 % -0,28 % -0,22 % -0,29 %
NZD 0,40 % 0,32 % -0,06 % 0,07 % -0,07 % 0,22 % -0,07 %
CHF 0,49 % 0,40 % 0,02 % 0,14 % 0,02 % 0,29 % 0,07 %

Die Heatmap zeigt die prozentualen Veränderungen der wichtigsten Währungen zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, die Kurswährung aus der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte das britische Pfund auswählen und der Zeile horizontal bis zum US-Dollar folgen, zeigt das entsprechende Feld die prozentuale Veränderung von GBP (Basiswährung)/USD (Kurswährung).