Kanadischer Dollar legt zu: Sinkende US-Staatsanleiherenditen und steigende Ölpreise belasten USD/CAD

  • USD/CAD fällt, da der US-Dollar angesichts sinkender US-Staatsanleiherenditen unter Druck steht.
  • Erste Ergebnisse der Zwischenwahlen zeigen einen Vorsprung der Demokraten gegenüber den Republikanern bei den bereits entschiedenen Sitzen im US-Repräsentantenhaus.
  • Rohöl verteuerte sich vor dem Hintergrund diplomatischer Verhandlungen zwischen den USA und Iran sowie uneinheitlicher Signale zu möglichen Militäraktionen.

USD/CAD gibt nach zwei Gewinntagen nach und notiert am Mittwoch im asiatischen Handel bei rund 1,3970. Das Währungspaar verliert an Boden, da der US-Dollar (USD) schwächer wird und die Renditen von US-Staatsanleihen entlang der gesamten Zinskurve sinken. Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen fielen um fünf Basispunkte auf 4,566 %, während die Renditen der als Referenz geltenden zehnjährigen Titel um sechs Basispunkte auf 4,90 % nachgaben.

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Die US-Bürger stimmen bei den Zwischenwahlen ab, die als wichtiges Urteil über die zweite Amtszeit von Präsident Donald Trump gelten. Während die Wahllokale in den ersten Bundesstaaten schließen, zeigen Live-Daten von Decision Desk HQ, dass 201 der 435 Sitze im US-Repräsentantenhaus bereits entschieden sind. Davon entfallen 124 auf die Demokraten und 77 auf die Republikaner.

Zusätzlichen Abwärtsdruck auf USD/CAD übt der rohstoffabhängige kanadische Dollar (CAD) aus, der von steigenden Rohölpreisen profitiert. Diese haben zugelegt, während Anleger die laufenden Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran bewerten. Der Sprecher des katarischen Außenministeriums bestätigte, dass beide Länder neue Vorschläge von Vermittlern prüfen, um ihre Differenzen zu überbrücken. Irans oberster Sicherheitsverantwortlicher erklärte jedoch in den sozialen Medien, Washingtons Antwort sei weiterhin unbefriedigend.

Unterdessen erklärte Donald Trump laut der Financial Times, die USA hätten derzeit keine Pläne für einen Angriff auf Iran und schienen ihre Ziele zu erreichen. Er betonte, dass die USA bei Bedarf zum Handeln bereit seien, ein Angriff aber möglicherweise nicht erforderlich sei. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte dagegen einen möglichen Militäreinsatz im weiteren Wochenverlauf angedeutet.

CAD: US-Zwischenwahlen rücken angesichts weniger heimischer Konjunkturdaten in den Fokus

Die Analysten der Scotiabank weisen darauf hin, dass der heimische Datenkalender kurzfristig nur wenige Impulse bietet. Sie erklären: „Bis zur Veröffentlichung der Handelsdaten am Mittwoch stehen im Inland nur wenige Daten an. Kurzfristig werden sich die Risiken auf die US-Zwischenwahlen und deren Auswirkungen auf die allgemeine Marktstimmung konzentrieren.“ Damit bleibt die allgemeine Marktstimmung im Zusammenhang mit der politischen Lage in den USA in den kommenden Handelssitzungen der wichtigste Einflussfaktor für den kanadischen Dollar.

Häufig gestellte Fragen zum kanadischen Dollar

Zu den wichtigsten Einflussfaktoren für den kanadischen Dollar (CAD) zählen das von der Bank of Canada (BoC) festgelegte Zinsniveau, der Preis für Öl als Kanadas wichtigstem Exportgut, die Verfassung der kanadischen Wirtschaft, die Inflation und die Handelsbilanz. Letztere entspricht der Differenz zwischen dem Wert der kanadischen Exporte und Importe. Weitere Faktoren sind die Marktstimmung und die Frage, ob Anleger verstärkt in risikoreichere Anlagen investieren (Risk-on) oder sichere Häfen suchen (Risk-off). Eine höhere Risikobereitschaft wirkt sich positiv auf den CAD aus. Da die USA Kanadas größter Handelspartner sind, ist auch die Verfassung der US-Wirtschaft ein wichtiger Einflussfaktor für den kanadischen Dollar.

Die Bank of Canada (BoC) hat erheblichen Einfluss auf den kanadischen Dollar, indem sie das Zinsniveau festlegt, zu dem Banken einander Geld leihen können. Dies beeinflusst das allgemeine Zinsniveau. Das Hauptziel der BoC besteht darin, die Inflation durch Zinserhöhungen oder -senkungen zwischen 1 und 3 % zu halten. Vergleichsweise höhere Zinsen wirken sich tendenziell positiv auf den CAD aus. Die Bank of Canada kann die Kreditbedingungen zudem durch quantitative Lockerung und Straffung beeinflussen. Erstere wirkt sich negativ, Letztere positiv auf den CAD aus.

Der Ölpreis ist ein wesentlicher Einflussfaktor für den Wert des kanadischen Dollars. Erdöl ist Kanadas wichtigstes Exportgut, weshalb sich der Ölpreis in der Regel unmittelbar auf den Wert des CAD auswirkt. Steigt der Ölpreis, legt üblicherweise auch der CAD zu, da die Gesamtnachfrage nach der Währung steigt. Bei einem fallenden Ölpreis ist das Gegenteil der Fall. Höhere Ölpreise erhöhen zudem tendenziell die Wahrscheinlichkeit eines Handelsbilanzüberschusses, was den CAD ebenfalls stützt.

Traditionell galt Inflation als negativer Faktor für eine Währung, da sie den Geldwert mindert. Seit der Lockerung grenzüberschreitender Kapitalverkehrskontrollen ist jedoch in der heutigen Zeit tatsächlich das Gegenteil zu beobachten. Eine höhere Inflation veranlasst Zentralbanken tendenziell zu Zinserhöhungen. Dies zieht verstärkt Kapital internationaler Anleger an, die nach einer rentablen Anlagemöglichkeit für ihr Geld suchen. Dadurch steigt die Nachfrage nach der jeweiligen Landeswährung, im Fall Kanadas also nach dem kanadischen Dollar.

Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten gibt Aufschluss über die Verfassung der Wirtschaft und kann den kanadischen Dollar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungsdaten sowie Umfragen zur Verbraucherstimmung können sich auf die Kursentwicklung des CAD auswirken. Eine starke Wirtschaft ist positiv für den kanadischen Dollar. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern kann die Bank of Canada auch zu Zinserhöhungen veranlassen, was die Währung stärkt. Fallen die Konjunkturdaten hingegen schwach aus, dürfte der CAD nachgeben.