
Das Währungspaar NZD/USD legt am Mittwoch im asiatischen Handel etwas zu, da ein breit angelegter Ausverkauf des US-Dollars (USD) die enttäuschenden neuseeländischen Arbeitsmarktdaten aufwiegt. Der Kurs scheint seine dreitägige Verlustserie vorerst beendet zu haben. Diese hatte ihn in die Region um 0,5580 geführt, nachdem die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) in der vergangenen Woche überraschend beschlossen hatte, die Zinsen unverändert zu lassen. Allerdings mahnen ausbleibende Anschlusskäufe die Bullen zur Vorsicht.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Währungskorb abbildet, fällt auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat, nachdem erste Auszählungsergebnisse der US-Zwischenwahlen auf steigende Chancen für einen Sieg der Demokraten hindeuteten. Dies erhöht die Aussicht auf eine politische Blockade in Washington, lenkt Kapital auf der Suche nach Sicherheit in US-Staatsanleihen und drückt deren Renditen. Darüber hinaus dämpfen Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte mit dem Iran die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen, was dem Währungspaar NZD/USD wiederum spürbaren Auftrieb verleiht.
Unterdessen zeigten die von Statistics New Zealand veröffentlichten Daten, dass die Arbeitslosenquote im dritten Quartal 2026 unerwartet auf ein neues Elfjahreshoch von 5,7 % gestiegen ist. Weitere Einzelheiten zeigten, dass die Beschäftigung in Neuseeland im Berichtszeitraum um 0,1 % zurückging. Damit verfehlte die Beschäftigungsentwicklung die Prognose eines Anstiegs um 0,4 % und untermauerte den geldpolitischen Kurswechsel der RBNZ in Richtung Lockerung. Hinzu kommt, dass Chinas Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor im Oktober von 51,6 im Vormonat auf 50,8 sank, was das Aufwärtspotenzial des neuseeländischen Dollars (NZD) begrenzt.
Die am Dienstag veröffentlichte US-Erhebung zu offenen Stellen und Personalfluktuation (JOLTS) zeigte derweil, dass die Neueinstellungen im September relativ stabil blieben. Dies bestärkt die Markterwartungen, dass die US-Notenbank Fed im Dezember angesichts der von volatilen Energiepreisen ausgehenden Inflationsrisiken die Zinsen anheben wird. Die gegenläufigen geldpolitischen Erwartungen an Fed und RBNZ halten Händler wiederum davon ab, in größerem Umfang auf steigende NZD/USD-Kurse zu setzen. Entsprechend ist Vorsicht geboten, bevor Positionen für weitere Kursgewinne eingegangen werden.
Händler richten ihren Blick nun auf den US-ADP-Bericht zur Beschäftigung im Privatsektor und den ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor, die im späteren nordamerikanischen Handel kurzfristige Impulse liefern könnten. Im Mittelpunkt stehen jedoch die viel beachteten monatlichen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, bekannt als Nonfarm Payrolls (NFP). Sie werden die Kursentwicklung des USD maßgeblich beeinflussen und damit auch das Währungspaar NZD/USD bewegen. Das fundamentale Umfeld deutet allerdings darauf hin, dass ein weiterer Kursanstieg wahrscheinlich für Verkäufe genutzt wird.
Der monatlich von Caixin Insight Group und S&P Global veröffentlichte RatingDog-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor ist ein Frühindikator für die Geschäftstätigkeit im chinesischen Dienstleistungssektor. Die Daten basieren auf Umfragen unter leitenden Führungskräften sowohl privater als auch staatlicher Unternehmen. Die Umfrageantworten zeigen, ob und wie sich die Lage im laufenden Monat gegenüber dem Vormonat verändert hat. Sie können Trendänderungen in offiziellen Datenreihen wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), der Industrieproduktion, der Beschäftigung und der Inflation vorwegnehmen. Der Index bewegt sich zwischen 0 und 100, wobei ein Wert von 50,0 keine Veränderung gegenüber dem Vormonat signalisiert. Ein Wert über 50 deutet darauf hin, dass der Dienstleistungssektor insgesamt wächst, was als bullisches Signal für den Renminbi (CNY) gilt. Ein Wert unter 50 signalisiert hingegen, dass die Geschäftstätigkeit der Dienstleister insgesamt zurückgeht, was als bärisch für den CNY angesehen wird.
Mehr erfahren.Letzte Veröffentlichung: Mi., 04. Nov. 2026, 01:45
Häufigkeit: Monatlich
Aktuell: 50,8
Konsens: -
Vorheriger Wert: 51,6
Quelle:IHS Markit