Euro setzt Erholung vom Jahrestief nach EZB-Entscheid fort und erobert gegenüber schwachem US-Dollar die Marke von 1,1200 zurück

  • EUR/USD legt dank mehrerer unterstützender Faktoren den dritten Tag in Folge zu.
  • Der restriktive geldpolitische Ausblick der EZB gibt dem Euro und dem Kassakurs bei einem schwachen US-Dollar Rückenwind.
  • Zinserhöhungserwartungen für die Fed und geopolitische Unsicherheiten könnten die Verluste des US-Dollar und die Gewinne des Währungspaars begrenzen.

Das Währungspaar EUR/USD knüpft am Freitag an die kräftige Erholung des Vortags aus dem Bereich von 1,1100 an, dem niedrigsten Stand seit Mai 2025, und legt den dritten Tag in Folge zu. Die Aufwärtsbewegung hebt den Kassakurs während des asiatischen Handels weiter über die Marke von 1,1200 und wird von mehreren Faktoren getragen.

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Die Gemeinschaftswährung erhält Unterstützung durch den restriktiven geldpolitischen Ausblick der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser signalisiert, dass eine Zinserhöhung im Dezember durchaus zur Debatte steht, da die Inflationsrisiken infolge stark steigender Energiekosten zugenommen haben. Der US-Dollar (USD) setzt unterdessen angesichts der Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Nahen Osten und eines deutlichen Rückgangs der US-Anleiherenditen seine Korrektur vom Zweiwochenhoch fort. Dies verleiht dem Währungspaar EUR/USD zusätzlichen Auftrieb.

Jüngsten Entwicklungen zufolge richtete US-Vizepräsident JD Vance ein direktes Schreiben an den Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, Mohsen Rezaei, um die Friedensverhandlungen wieder in Gang zu bringen. Zudem legten Vermittler aus Katar dem Iran einen neuen Abkommensentwurf zur Beendigung des Krieges mit den USA und Israel vor. Angesichts der eskalierenden Feindseligkeiten zwischen den Huthi im Jemen und Saudi-Arabien bleiben Anleger jedoch vorsichtig.

Unterdessen erklärte die iranische Marine am Donnerstag, vier Öltanker seien in der Straße von Hormus auf Seeminen gelaufen. Dies verstärkte die Sorgen vor Lieferunterbrechungen im Nahen Osten. Die Unsicherheit stützt weiterhin die hohen Rohölpreise, schürt Inflationssorgen und verstärkt die Erwartungen an einen restriktiven Kurs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Dies könnte dazu beitragen, die Verluste des US-Dollar zu begrenzen und größere Kursgewinne bei EUR/USD zu verhindern.

Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 75 % dafür ein, dass die US-Notenbank die Zinsen im Dezember erneut anhebt. Die am Donnerstag veröffentlichten US-Konjunkturdaten untermauerten diese Erwartungen. Sie zeigten, dass sich das Wirtschaftswachstum im Quartal von Juli bis September auf eine annualisierte Rate von 3,4 % beschleunigte und die Inflation im September weiterhin über dem Zielwert der Notenbank von 2 % lag.

Das skizzierte fundamentale Umfeld spricht dafür, dass Kursrückgänge beim US-Dollar wieder für Käufe genutzt werden könnten. Daher erscheint es ratsam, kräftige Anschlusskäufe abzuwarten, bevor eine kurzfristige Bodenbildung bei EUR/USD als bestätigt angesehen wird und Positionen für weitere Kursgewinne eingegangen werden. Für kurzfristige Handelsgelegenheiten richten Händler ihren Blick nun auf die erste Schätzung des BIP-Wachstums im Euroraum für das dritte Quartal sowie auf die Verbraucherpreisdaten.

EUR/USD im 4-Stunden-Chart

Chart Analysis EUR/USD

Technische Analyse

Die Erholung des Währungspaars EUR/USD gerät im 4-Stunden-Chart nahe dem exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) über 100 Perioden ins Stocken. Dass dieser EMA bislang nicht zurückerobert werden konnte, deutet darauf hin, dass das Aufwärtspotenzial des Kassakurses kurzfristig begrenzt bleibt, obwohl er sich zuletzt wiederholt aus der Nähe der runden Marke von 1,1100 erholt hat. Ein nachhaltiger Ausbruch über den 100-Perioden-EMA bei 1,1211 wäre daher erforderlich, um den Abwärtsdruck zu verringern und eine tragfähigere Erholungsphase zu ermöglichen.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

US-Dollar: Kursentwicklung heute

Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des US-Dollar (USD) gegenüber den aufgeführten Hauptwährungen. Am stärksten entwickelte sich der US-Dollar gegenüber dem Neuseeland-Dollar.

USD EUR GBP JPY CAD AUD NZD CHF
USD -0,14 % -0,11 % -0,19 % -0,16 % -0,07 % 0,00 % -0,39 %
EUR 0,14 % 0,02 % -0,02 % -0,00 % 0,09 % 0,16 % -0,25 %
GBP 0,11 % -0,02 % -0,04 % -0,04 % 0,07 % 0,11 % -0,28 %
JPY 0,19 % 0,02 % 0,04 % 0,00 % 0,09 % 0,15 % -0,24 %
CAD 0,16 % 0,00 % 0,04 % -0,00 % 0,08 % 0,15 % -0,24 %
AUD 0,07 % -0,09 % -0,07 % -0,09 % -0,08 % 0,05 % -0,33 %
NZD -0,00 % -0,16 % -0,11 % -0,15 % -0,15 % -0,05 % -0,38 %
CHF 0,39 % 0,25 % 0,28 % 0,24 % 0,24 % 0,33 % 0,38 %

Die Farbmatrix zeigt die prozentualen Veränderungen der wichtigsten Währungen zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte gewählt, die Kurswährung aus der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte den US-Dollar auswählen und der Zeile waagerecht bis zum japanischen Yen folgen, zeigt das entsprechende Feld die prozentuale Veränderung von USD (Basiswährung)/JPY (Kurswährung).