
Das Währungspaar GBP/USD hält sich am Montag im frühen europäischen Handel stabil bei rund 1,3330. Händler bewerten weiterhin den US-Zinspfad nach den Äußerungen von Kevin Warsh, dem Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Am Dienstag richten sich alle Blicke auf die britischen Arbeitsmarktdaten. Am Mittwoch steht der britische Inflationsbericht auf Basis des Verbraucherpreisindex (CPI) im Mittelpunkt.

Bei der Jahrestagung 2026 des IWF und der Weltbank am Freitag in Bangkok erklärte der Fed-Vorsitzende, er greife Zinsentscheidungen nicht „vor“. Damit gab er keinen Hinweis darauf, ob die Notenbank auf ihrer bevorstehenden Sitzung am 27. und 28. Oktober die kurzfristigen Zinsen anheben oder unverändert lassen wird.
Laut dem CME FedWatch Tool preisen Fed-Funds-Futures eine implizite Wahrscheinlichkeit von 84 % dafür ein, dass die US-Notenbank bei ihrer nächsten zweitägigen Sitzung, die am 28. Oktober endet, die Zinsen unverändert lässt.
Die im weiteren Wochenverlauf anstehenden britischen Konjunkturdaten dürften die Erwartungen an die erste Zinserhöhung der Bank of England (BoE) seit mehr als drei Jahren im November festigen. „Wir erwarten bei der nächsten Sitzung der Notenbank im November eine Anhebung um 25 Basispunkte. Zudem rechnen wir im Februar mit einem weiteren Schritt“, sagte Dan Hanson, Chefökonom für Großbritannien bei Bloomberg Economics.
Die Analysten von MUFG stellen fest, dass sich das Pfund „weiterhin widerstandsfähig zeigt“, wobei die jüngsten Konjunkturdaten die Erwartungen an eine weitere geldpolitische Straffung durch die BoE bestärken. Sie weisen darauf hin, dass das Pfund „gegenüber dem US-Dollar seit Ende Juni weitgehend unverändert“ notiert. Lediglich die energieabhängigen Währungen CAD und NOK hätten sich besser entwickelt, ebenso wie der Yen, der durch „Yen-Kaufinterventionen des Finanzministeriums mit Unterstützung der USA“ gestützt worden sei. Vor diesem Hintergrund argumentiert MUFG, dass „sich das Pfund dank einer besseren Stimmung und Anzeichen für eine widerstandsfähige Wirtschaft gut entwickelt hat“.
Diese Widerstandsfähigkeit wurde durch stärker als erwartete Wachstumszahlen untermauert. MUFG hebt hervor, dass „die BIP-Daten erneut besser als erwartet ausfielen – der monatliche Zuwachs von lediglich 0,1 % war bescheiden, lag aber dennoch über den Erwartungen und trug dazu bei, dass die Wachstumsrate im Dreimonatsvergleich 0,7 % erreichte und damit 0,2 Prozentpunkte höher als erwartet ausfiel“. Der Zuwachs über drei Monate sei „durch die Aktivität im Dienstleistungssektor gestützt“ worden. Allerdings habe „der Monatswert im August stagniert, was auf eine nachlassende Dynamik hindeuten könnte“. Innerhalb des Dienstleistungssektors habe die Aufschlüsselung „Schwäche in den verbrauchernahen Bereichen gezeigt“, während eine Umfrage von Bloomberg Intelligence „Anfälligkeiten erkennen ließ, die in den kommenden Monaten zu einer Verlangsamung führen könnten“.
Diese Anfälligkeiten zeigen sich bereits in der Kreditentwicklung. MUFG weist darauf hin, dass die vierteljährliche Umfrage der BoE zu den Kreditbedingungen „zum sechsten Quartal in Folge einen Anstieg der Zahlungsausfälle bei Kreditkartenschulden zeigte, was die zunehmenden Belastungen für britische Verbraucher unterstreicht“. Dennoch „nehmen diese Kreditengagements zu: Die Verbraucherkredite stiegen im August um 2,5 Mrd. GBP auf einen neuen Rekordstand“. MUFG warnt: „Wenn die Zinsen ungefähr auf diesem Niveau bleiben, werden sich diese Zahlen im letzten Quartal des Jahres sehr wahrscheinlich weiter verschlechtern.“
Die Bank sieht daher ein Spannungsverhältnis zwischen den jüngsten Daten und den weiteren Aussichten. „Obwohl die Konjunkturdaten insgesamt positiv ausgefallen sind, deutet der Ausblick auf zunehmende Risiken hin“, schreibt MUFG. Die Analysten merken an, dass „der OIS-Markt bis zum kommenden September eine Straffung um 100 Basispunkte einpreist“, bekräftigen jedoch: „Wir bezweifeln weiterhin, dass die BoE dies umsetzen wird, insbesondere nach den Äußerungen von Chefökonom Huw Pill, der diese Woche erklärte, er sei skeptisch, ob Großbritannien vier Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte benötigen werde.“ Gleichwohl räumt MUFG ein, dass „es den Märkten angesichts des globalen Umfelds höherer Zinsen schwerfallen dürfte, ihre Zinserwartungen nach unten anzupassen“.
Aus Sicht der Analysten macht dies das Pfund anfällig, falls das globale Zinsumfeld dreht. „Bei einer breiteren Rückkehr zu sinkenden Zinsen könnten die britischen Zinsen deutlicher fallen“, argumentieren sie und warnen, dass „das Pfund weiterhin anfällig für Anzeichen bleibt, wonach die jüngste wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit durch den deutlichen Renditeanstieg untergraben werden könnte“.
FXS Speechtracker bewertet diese Rede mit 6,2 Punkten, etwas unter dem historischen Durchschnitt von Notenbankchef Bailey von 6,4 Punkten. Dies deutet insgesamt auf einen geringfügig weniger restriktiven Ton hin. Baileys Unmut über die über dem Zielwert liegende Inflation in Großbritannien und seine Aussage, die Wirtschaft sei „widerstandsfähiger als von uns erwartet, aber nicht so stark wie nötig“, sind leicht restriktiv zu werten, da sie die Möglichkeit offenhalten, länger an einer restriktiven Geldpolitik festzuhalten.
Die Äußerungen, es sei „zu früh, sich eine klare Meinung über die Stärke der Zweitrundeneffekte zu bilden“, und diese Effekte seien angesichts des Kostensenkungsfokus der Unternehmen „verhalten“, schwächen den restriktiven Ton jedoch ab. Für das GBP deutet diese Mischung auf begrenztes unmittelbares Aufwärtspotenzial hin: Die anhaltenden Inflationssorgen stützen die Währung, während Vorsicht hinsichtlich der Dynamik von Zweitrundeneffekten und externe Risiken, etwa durch den Nahostkonflikt ausgelöste Bewegungen der Renditen britischer Staatsanleihen, die Gewinne begrenzen.
Im Tageschart hält sich GBP/USD unter dem einfachen gleitenden 100-Tage-Durchschnitt (SMA), womit das Aufwärtspotenzial begrenzt und die kurzfristige Tendenz leicht bärisch bleibt. Der Kurs bewegt sich knapp unter dem oberen Bollinger-Band, was darauf hindeutet, dass Aufwärtsversuche auf Verkaufsinteresse stoßen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 52,4 und ist inzwischen neutral. Dies signalisiert, dass die jüngste Erholungsdynamik nachlässt, statt in einen nachhaltigen Aufwärtstrend überzugehen.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am oberen Bollinger-Band bei rund 1,3335. Eine bedeutendere Hürde bildet der 100-Tage-SMA bei 1,3390. Ein Tagesschlusskurs oberhalb dieses Niveaus könnte eine Rally bis zum Hoch vom 9. September bei 1,3568 ermöglichen.
Auf der Unterseite bietet das mittlere Bollinger-Band, ein 20-Tage-SMA, der derzeit bei rund 1,3250 verläuft, die erste Unterstützung vor dem unteren Band bei etwa 1,3165. Ein Unterschreiten des letztgenannten Niveaus könnte den Weg zum Tief vom 20. November 2025 bei 1,3038 freimachen.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währung am weltweiten Devisenmarkt (FX). Laut Daten aus dem Jahr 2022 entfallen auf das Pfund 12 % aller Transaktionen mit einem durchschnittlichen Volumen von 630 Milliarden US-Dollar pro Tag. Zu den wichtigsten Währungspaaren zählen GBP/USD, auch als „Cable“ bekannt, auf das 11 % des Devisenhandels entfallen, GBP/JPY, von Händlern auch „Dragon“ genannt (3 %), und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor auf den Wert des Pfund Sterling ist die Geldpolitik der Bank of England. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr vorrangiges Ziel der „Preisstabilität“ erreicht hat, also eine stabile Inflationsrate von rund 2 %. Ihr wichtigstes Instrument hierfür ist die Anpassung der Zinssätze. Ist die Inflation zu hoch, versucht die BoE, sie durch Zinserhöhungen einzudämmen. Dadurch verteuern sich Kredite für Privatpersonen und Unternehmen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf das GBP aus, da höhere Zinsen Großbritannien für internationale Anleger als Anlagestandort attraktiver machen. Sinkt die Inflation zu stark, ist dies ein Zeichen dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. In diesem Fall erwägt die BoE Zinssenkungen, um Kredite zu verbilligen, damit Unternehmen mehr Kredite aufnehmen und in wachstumsfördernde Projekte investieren.
Veröffentlichte Konjunkturdaten geben Aufschluss über die Verfassung der Wirtschaft und können den Wert des Pfund Sterling beeinflussen. Indikatoren wie das BIP, die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie Beschäftigungsdaten können die Kursrichtung des GBP mitbestimmen. Eine starke Wirtschaft ist gut für das Pfund. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern kann die BoE auch zu Zinserhöhungen veranlassen, was das GBP unmittelbar stärkt. Fallen die Konjunkturdaten hingegen schwach aus, dürfte das Pfund Sterling nachgeben.
Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für das Pfund Sterling ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und seinen Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Produziert ein Land stark nachgefragte Exportgüter, profitiert seine Währung allein schon von der zusätzlichen Nachfrage ausländischer Käufer, die diese Waren erwerben möchten. Daher stärkt ein Handelsbilanzüberschuss eine Währung, während ein Handelsbilanzdefizit sie schwächt.