
Die Erholung von Gold (XAU/USD) gerät am Mittwoch ins Stocken, während Anleger auf die für 18:00 Uhr GMT anstehende geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) warten. Nachgebende Ölpreise hatten dem Edelmetall in den vergangenen beiden Tagen geholfen, sich von seinen tiefsten Ständen seit Juli zu erholen. Erneut steigende Ölpreise und ein stabiler US-Dollar (USD) begrenzen jedoch das weitere Aufwärtspotenzial.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert XAU/USD bei rund 4.046 US-Dollar und damit 0,36 % im Tagesminus. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des US-Dollar gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, liegt nahezu unverändert bei rund 102,40 und damit nahe einem Zweiwochenhoch.
Die Ölpreise ziehen wieder an, nachdem das Wall Street Journal berichtet hatte, Washington habe die Golfstaaten vor einer möglichen Militäroperation gegen den Iran nach den US-Zwischenwahlen gewarnt. West Texas Intermediate (WTI) notiert bei rund 100,50 US-Dollar je Barrel und damit 1,0 % im Tagesplus.
Höhere Energiekosten halten den Inflationsdruck seit dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten Ende Februar auf erhöhtem Niveau. Dies hat wichtige Zentralbanken, insbesondere die Fed, zu einer Straffung der Geldpolitik veranlasst. Die US-Notenbank erhöhte die Zinsen im September um 25 Basispunkte und signalisierte eine weitere Anhebung vor Jahresende. Damit bekräftigte sie ihre Entschlossenheit, die Inflation auf ihr Ziel von 2 % zurückzuführen.
Es wird weithin erwartet, dass die Währungshüter die Zinsen auf der Oktober-Sitzung unverändert bei 3,75–4,00 % belassen. Laut dem CME FedWatch Tool preisen Händler unterdessen eine Wahrscheinlichkeit von 85 % für eine Zinserhöhung im Dezember ein.
Die Analysten von ABN Amro sind der Ansicht, dass die jüngste Entwicklung der US-Konjunkturdaten der Fed vorerst Spielraum für eine Zinspause gibt. Sie weisen darauf hin, dass „die Arbeitsmarktdaten zusammen mit den jüngsten schwächeren PCE-Werten den Druck zu einer sofortigen Zinserhöhung weitgehend mindern“. Dadurch könnten es sich die Währungshüter „leisten, weitere sechs Wochen abzuwarten, um zu beurteilen, ob der jüngste Inflationsanstieg auf anhaltenden Druck oder einen weiteren vorübergehenden Anstieg zurückzuführen ist“.
Aus ihrer Sicht „spricht die Kombination aus anhaltenden kurzfristigen Inflationsrisiken und einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt für Geduld statt Selbstzufriedenheit“. Daher erwartet ABN Amro, dass die Fed „die Zinsen im Oktober unverändert lässt, im Dezember eine letzte Anhebung um 25 Basispunkte vornimmt und sie anschließend über einen längeren Zeitraum konstant hält“.
Da eine Zinspause weitgehend erwartet wird, könnten Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick eine stärkere Marktreaktion auslösen als die Entscheidung selbst. Sollten die Währungshüter signalisieren, dass weitere Zinserhöhungen weiterhin infrage kommen, könnte der US-Dollar zulegen und die Unterstützung von Gold bei 4.000 US-Dollar gefährden. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten des unverzinsten Edelmetalls. Ein weniger restriktiver Ton könnte hingegen den US-Dollar belasten und Gold Spielraum für eine kurzfristige Erleichterungsrally geben.

Im Tageschart bleibt die kurzfristige Tendenz für XAU/USD bärisch, da der Kurs unter den einfachen gleitenden Durchschnitten (SMAs) der letzten 50, 100 und 200 Tage notiert. Damit behalten die Verkäufer die Oberhand. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 40 deutet auf eine schwache Kaufdynamik hin, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) im negativen Bereich bleibt und damit auf anhaltenden Abwärtsdruck hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 100-Tage-SMA bei etwa 4.219 US-Dollar, gefolgt vom 50-Tage-SMA bei 4.288 US-Dollar. Bei einer stärkeren Erholung könnte zunächst der horizontale Widerstand bei 4.400 US-Dollar in den Fokus rücken, bevor der 200-Tage-SMA bei rund 4.503 US-Dollar relevant wird.
Auf der Unterseite bietet die Zone von 4.000–3.950 US-Dollar unmittelbare Unterstützung. Ein Durchbruch darunter würde den Weg für einen stärkeren Rücksetzer ebnen. Erholungsversuche dürften hingegen schwierig bleiben, solange der Kurs unter den eng beieinanderliegenden gleitenden Tagesdurchschnitten notiert.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)