
Das Währungspaar USD/JPY tendiert am Dienstag den dritten Tag in Folge freundlich und setzt seine Erholung vom Tief der vergangenen Woche im Bereich von 156,00 fort, dem niedrigsten Stand seit über einem Monat. Allerdings fehlen Anschlusskäufe. Der Kurs notiert derzeit im Bereich von 157,70 und damit nur etwas mehr als 0,10 % im Tagesplus, da sich die Händler vor wichtigen Notenbankterminen offenbar zurückhalten.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird ihre Entscheidung voraussichtlich am Mittwoch zum Abschluss einer zweitägigen geldpolitischen Sitzung bekannt geben. Im Mittelpunkt dürften jedoch die begleitende Erklärung zum Zinsentscheid und die Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh auf der anschließenden Pressekonferenz stehen. Darüber hinaus werden die erste Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal und der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), die am Donnerstag veröffentlicht werden, die Markterwartungen zum künftigen geldpolitischen Kurs der Fed beeinflussen. Dies wiederum wird die Entwicklung des US-Dollars (USD) bestimmen und dem Währungspaar USD/JPY vor dem wichtigen geldpolitischen Entscheid der Bank of Japan (BoJ) am Freitag Impulse geben.
Unterdessen halten die Erwartungen, dass die BoJ von aggressiven Zinserhöhungen absehen könnte, die sogenannten Carry-Trades am Laufen und belasten weiterhin den japanischen Yen (JPY). Der USD hingegen findet den dritten Tag in Folge weitere Käufer. Dahinter steht die wachsende Überzeugung, dass die US-Notenbank angesichts der durch hohe Energiepreise geschürten Inflationssorgen an ihrem restriktiven Kurs festhalten wird. Zudem bleibt die geopolitische Risikoprämie angesichts der Spannungen im Nahen Osten bestehen. Dies stützt den als sicheren Hafen geltenden US-Dollar zusätzlich und spricht für einen weiteren Anstieg des Währungspaars USD/JPY.
Das Aufwärtspotenzial des Währungspaars USD/JPY bleibt begrenzt, und der Kurs notiert weiterhin unter dem exponentiellen gleitenden Durchschnitt über 200 Perioden (EMA) bei 157,81. Das nahe gelegene 23,6-%-Fibonacci-Retracement bei 157,63 bietet jedoch eine erste Unterstützung und markiert die Obergrenze einer korrektiven Rücksetzerzone.
Darunter folgt eine engere Häufung von Retracement-Marken zwischen dem 38,2-%-Niveau bei 156,74 und dem 50,0-%-Niveau bei 156,02. Weitere Unterstützungen liegen bei 155,30 und 154,28. Auf der Oberseite würde ein Anstieg über den 200-Perioden-EMA bei 157,81 den Weg zum Zyklushoch nahe 159,07 freimachen. Dieses müsste zurückerobert werden, um die derzeitige bärische Tendenz abzuschwächen.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Die Bank of Japan (BoJ) ist die japanische Zentralbank und legt die Geldpolitik des Landes fest. Ihr Auftrag besteht darin, Banknoten auszugeben sowie die Währungs- und Geldmengensteuerung vorzunehmen, um Preisstabilität zu gewährleisten. Dabei strebt sie eine Inflationsrate von rund 2 % an.
Die Bank of Japan leitete 2013 eine ultralockere Geldpolitik ein, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation in einem Umfeld niedriger Teuerung zu erhöhen. Ihre Politik basiert auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), also der Schaffung von Geld zum Kauf von Vermögenswerten wie Staats- oder Unternehmensanleihen, um Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 verstärkte die Zentralbank diese Strategie und lockerte ihre Geldpolitik weiter, indem sie zunächst Negativzinsen einführte und anschließend die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen direkt steuerte. Im März 2024 erhöhte die BoJ die Zinsen und rückte damit faktisch von ihrem ultralockeren geldpolitischen Kurs ab.
Die massiven Konjunkturimpulse der Zentralbank führten zu einer Abwertung des Yen gegenüber den wichtigsten anderen Währungen. Diese Entwicklung verstärkte sich 2022 und 2023 aufgrund der zunehmenden geldpolitischen Divergenz zwischen der Bank of Japan und anderen großen Zentralbanken. Diese entschieden sich für kräftige Zinserhöhungen, um die höchsten Inflationsraten seit Jahrzehnten zu bekämpfen. Die Politik der BoJ führte zu einer Ausweitung der Zinsdifferenz gegenüber anderen Währungen und drückte dadurch den Wert des Yen. Dieser Trend kehrte sich 2024 teilweise um, als die BoJ beschloss, ihren ultralockeren geldpolitischen Kurs aufzugeben.
Ein schwächerer Yen und der sprunghafte Anstieg der weltweiten Energiepreise ließen die Inflation in Japan über das 2-%-Ziel der BoJ steigen. Auch die Aussicht auf steigende Löhne im Land – ein wesentlicher Inflationstreiber – trug zu dieser Entscheidung bei.