
Die Geschäftstätigkeit im britischen Privatsektor ist im Oktober so stark gewachsen wie seit acht Monaten nicht mehr. Der branchenübergreifende Einkaufsmanagerindex (PMI) von S&P Global stieg von 52 im Oktober auf 53,1 Punkte. Damit übertraf er die Markterwartung von 51,8 Punkten.
Im Berichtszeitraum stieg der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe von 51,9 auf 52,8 Punkte, während sich der Index für den Dienstleistungssektor von 52,1 auf 53,1 Punkte verbesserte. Beide Werte übertrafen die Schätzungen der Analysten.
Zu den Ergebnissen des Berichts erklärte Chris Williamson, Chefökonom bei S&P Global Market Intelligence: „Die britische Wirtschaft hat im Oktober an Dynamik gewonnen. Die vorläufigen PMI-Daten deuten auf das stärkste Wachstum seit Februar hin.“ Williamson ergänzte: „Dieses ermutigende Zeichen wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit wird dadurch untermauert, dass die Unternehmen erstmals wieder zusätzliche Arbeitskräfte einstellen, seit der Herbsthaushalt 2024 die Einstellungstätigkeit beeinträchtigt hatte.“

Trotz der erfreulichen PMI-Daten fällt es GBP/USD schwer, an Aufwärtsdynamik zu gewinnen. Das Währungspaar notiert bei etwa 1,3380 und verliert auf Tagessicht rund 0,1 %.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währung am weltweiten Devisenmarkt (FX). Nach Daten aus dem Jahr 2022 entfallen auf das Pfund 12 % aller Transaktionen mit einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von 630 Milliarden US-Dollar. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch als „Cable“ bekannt, mit einem Anteil von 11 % am Devisenhandel, GBP/JPY, unter Händlern als „Dragon“ bezeichnet (3 %), sowie EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor für den Wert des Pfund Sterling ist die Geldpolitik der Bank of England. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr vorrangiges Ziel der „Preisstabilität“ erreicht hat, also eine beständige Inflationsrate von rund 2 %. Ihr wichtigstes Instrument dafür ist die Anpassung der Zinssätze. Bei zu hoher Inflation versucht die BoE, diese durch Zinserhöhungen einzudämmen. Dadurch werden Kredite für Privatpersonen und Unternehmen teurer. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf das GBP aus, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Anleger attraktiver machen. Sinkt die Inflation zu stark, ist dies ein Zeichen für eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. In diesem Fall zieht die BoE Zinssenkungen in Betracht, um Kredite zu verbilligen und Unternehmen zu einer höheren Kreditaufnahme für Investitionen in wachstumsfördernde Projekte zu bewegen.
Veröffentlichte Wirtschaftsdaten geben Aufschluss über die Verfassung der Wirtschaft und können den Wert des Pfund Sterling beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie die Beschäftigungsdaten können die Kursrichtung des GBP bestimmen. Eine starke Wirtschaft ist positiv für das Pfund Sterling. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern kann die BoE auch zu Zinserhöhungen veranlassen, die das GBP unmittelbar stärken. Fallen die Wirtschaftsdaten hingegen schwach aus, dürfte das Pfund Sterling nachgeben.
Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für das Pfund Sterling ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Exporteinnahmen und den Importausgaben eines Landes innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Produziert ein Land stark nachgefragte Exportgüter, profitiert seine Währung allein schon von der zusätzlichen Nachfrage ausländischer Käufer, die diese Waren erwerben möchten. Ein Handelsbilanzüberschuss stärkt daher eine Währung, während ein Handelsbilanzdefizit sie umgekehrt schwächt.