USD/CAD-Kursprognose: Bären warten nun auf einen Bruch der Unterstützung am 50%-Fibonacci-Retracement nahe 1,4030

  • Die Bullen bei USD/CAD halten sich zurück, da steigende Ölpreise den kanadischen Dollar weiterhin stützen.
  • Geopolitische Risiken und Spekulationen auf eine Zinserhöhung der Fed stützen den USD etwas und begrenzen weitere Verluste.
  • Ein Rückgang unter das 50-%-Fibonacci-Retracement ist erforderlich, um das kurzfristig bärische Chartbild zu bestätigen.

Das Währungspaar USD/CAD hat Mühe, an die moderate Erholung des Vortages aus dem Bereich von 1,4030 und damit von einem nahezu einmonatigen Tief anzuknüpfen. Steigende Ölpreise stützen den rohstoffabhängigen kanadischen Dollar und begrenzen das Aufwärtspotenzial. Die Bären scheinen jedoch zu zögern: Im frühen europäischen Handel am Mittwoch halten sich die Kassakurse angesichts eines leichten Anstiegs des US-Dollars (USD) stabil im Bereich von 1,4050.

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Die Anleger scheinen überzeugt zu sein und preisen eine Wahrscheinlichkeit von rund 90 % dafür ein, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Dezember die Zinsen erneut anheben wird. Hintergrund sind Inflationssorgen aufgrund volatiler Rohölpreise. Zudem sorgt die Unsicherheit über die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran dafür, dass die geopolitische Risikoprämie bestehen bleibt. Dies hilft dem als sicherer Hafen geltenden USD, sich leicht von einem Dreiwochentief zu erholen, und verleiht dem Währungspaar USD/CAD Rückenwind. Händler könnten sich auch im Vorfeld der wichtigen Notenbanktermine in der kommenden Woche mit größeren Positionen in eine bestimmte Kursrichtung zurückhalten: Am Mittwoch stehen der Zinsentscheid der Bank of Canada (BoC) und das Ergebnis der zweitägigen FOMC-Sitzung an.

Aus technischer Sicht wurde der im Verlauf der Nacht erfolgte Bruch unter den einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) über 200 Perioden im 4-Stunden-Chart als neues Signal für bärisch positionierte Händler gewertet. Zudem verharrt der Relative-Stärke-Index (RSI) nahe 31, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) leicht unter der Nulllinie liegt. Zusammen deuten diese Signale darauf hin, dass Erholungen wohl begrenzt bleiben, solange die Verkäufer die Kontrolle behalten. Ein Bruch unter 1,4030, das 50-%-Fibonacci-Retracement der Rally von September bis Oktober, ist jedoch erforderlich, um die negative Tendenz zu bestätigen und die Argumente für einen weiteren Rückgang des Währungspaars USD/CAD zu untermauern.

Die nächste relevante Unterstützung liegt am 61,8-%-Retracement bei 1,3968. Darunter folgen die Marken von 1,3876 und die Zone um 1,3760. Ein Bruch dieser Zone würde den Weg zur übergeordneten Korrekturtiefzone des aktuellen Fibonacci-Zyklus freimachen. Auf der Oberseite liegt der erste Widerstandsbereich zwischen 1,4079 und 1,4096, wo der 200-Perioden-SMA und das 38,2-%-Retracement zusammenlaufen. Danach folgen das 23,6-%-Retracement bei 1,4175 und das jüngste lokale Hoch um 1,4303.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

USD/CAD im 4-Stunden-Chart

Chart Analysis USD/CAD

Häufig gestellte Fragen zum kanadischen Dollar

Zu den wichtigsten Einflussfaktoren für den kanadischen Dollar (CAD) zählen das von der Bank of Canada (BoC) festgelegte Zinsniveau, der Preis von Öl als Kanadas wichtigstem Exportgut, die Verfassung der kanadischen Wirtschaft, die Inflation und die Handelsbilanz. Letztere entspricht der Differenz zwischen dem Wert der kanadischen Exporte und Importe. Weitere Faktoren sind die Marktstimmung, also ob Anleger verstärkt in risikoreichere Anlagen investieren (Risk-on) oder sichere Häfen suchen (Risk-off). Eine höhere Risikobereitschaft wirkt sich positiv auf den CAD aus. Da die USA Kanadas größter Handelspartner sind, ist auch die Verfassung der US-Wirtschaft ein wichtiger Einflussfaktor für den kanadischen Dollar.

Die Bank of Canada (BoC) hat erheblichen Einfluss auf den kanadischen Dollar, indem sie das Zinsniveau festlegt, zu dem Banken einander Geld leihen können. Dies beeinflusst das allgemeine Zinsniveau. Das Hauptziel der BoC besteht darin, die Inflation durch Zinserhöhungen oder -senkungen zwischen 1 und 3 % zu halten. Vergleichsweise höhere Zinsen wirken sich tendenziell positiv auf den CAD aus. Die Bank of Canada kann außerdem durch quantitative Lockerung oder Straffung die Kreditbedingungen beeinflussen. Erstere belastet den CAD, während Letztere ihn stützt.

Der Ölpreis ist ein wesentlicher Einflussfaktor für den Wert des kanadischen Dollars. Erdöl ist Kanadas wichtigstes Exportgut, weshalb sich der Ölpreis in der Regel unmittelbar auf den Wert des CAD auswirkt. Steigt der Ölpreis, legt im Allgemeinen auch der CAD zu, da die Gesamtnachfrage nach der Währung steigt. Bei einem fallenden Ölpreis ist das Gegenteil der Fall. Höhere Ölpreise erhöhen zudem tendenziell die Wahrscheinlichkeit eines Handelsbilanzüberschusses, was den CAD ebenfalls stützt.

Während Inflation traditionell als negativer Faktor für eine Währung galt, weil sie den Geldwert mindert, ist in jüngerer Zeit durch die Lockerung grenzüberschreitender Kapitalverkehrskontrollen tatsächlich das Gegenteil der Fall. Eine höhere Inflation veranlasst Zentralbanken tendenziell zu Zinserhöhungen. Dies zieht verstärkt Kapital internationaler Anleger an, die nach einer rentablen Anlagemöglichkeit suchen. Dadurch steigt die Nachfrage nach der jeweiligen Landeswährung, im Fall Kanadas also nach dem kanadischen Dollar.

Veröffentlichte makroökonomische Daten geben Aufschluss über die Verfassung der Wirtschaft und können den kanadischen Dollar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungsdaten sowie Umfragen zum Verbrauchervertrauen können die Kursrichtung des CAD bestimmen. Eine starke Wirtschaft ist gut für den kanadischen Dollar. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern kann die Bank of Canada auch zu Zinserhöhungen veranlassen, was zu einer stärkeren Währung führt. Fallen die Konjunkturdaten hingegen schwach aus, dürfte der CAD nachgeben.