WTI erreicht neues Monatshoch nahe 100,50 US-Dollar, während der Iran seine Angriffe auf Öltanker fortsetzt

  • Der Ölpreis springt angesichts anhaltender iranischer Angriffe auf Öltanker auf knapp 100,50 US-Dollar.
  • Iran droht mit einer Ausweitung der Blockade auf die Meerenge Bab al-Mandab und den Suezkanal.
  • Die Ukraine nimmt Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur wieder auf und wirft den USA Verrat vor.

Die an der NYMEX gehandelten Terminkontrakte auf West Texas Intermediate (WTI) legen um 2,5 % auf knapp 100,50 US-Dollar zu und erreichen damit den höchsten Stand seit über einem Monat. Der Ölpreis ist nur noch wenig von seinem fast fünfmonatigen Hoch bei 102,11 US-Dollar entfernt.

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Die Risikoprämie im Ölpreis steigt stark an, da die Risiken für die Energieversorgung zunehmen. Hintergrund sind anhaltende iranische Angriffe auf Öltanker, die die Straße von Hormus passieren wollen. Diese Meerenge ist ein entscheidendes Nadelöhr für fast 20 % der weltweiten Energieversorgung.

Laut Reuters teilte die Marine der iranischen Revolutionsgarden mit, dass zwei Tanker südlich der Straße von Hormus durch Minen in Brand geraten und zum Stillstand gebracht worden seien. Ein Datum nannte die Marine jedoch nicht.

An diesem Wochenende drohte Iran zudem mit einer Ausweitung der Blockade auf die Meerenge Bab al-Mandab und den Suezkanal. Das Land erklärte, es sei zu Vergeltungsmaßnahmen für Angriffe der USA und Israels bereit.

Unterdessen haben die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien die Hoffnungen auf ein höheres Energieangebot aus Moskau gedämpft. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien wieder aufgenommen, nachdem Präsident Wolodymyr Selenskyj den Vereinigten Staaten erbost vorgeworfen hatte, Kyjiw durch einen „gefährlichen“ Entzug der für die Verteidigung gegen Russland entscheidenden Unterstützung zu verraten, berichtete NBC News.

Technische Analyse zu WTI

Im Tageschart notiert WTI US Oil bei 100,49 US-Dollar. Der Kontrakt weist kurzfristig weiterhin eine bullische Tendenz auf, da er über dem exponentiellen gleitenden 20-Tage-Durchschnitt (EMA) bei 93,79 US-Dollar liegt. Damit bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend trotz der jüngsten Volatilität intakt. Der Relative-Stärke-Index (14) liegt mit 66,38 im positiven Bereich, hat die überkaufte Zone jedoch noch nicht erreicht. Dies deutet auf ein weiterhin solides Aufwärtsmomentum hin, wobei die Bewegung zunehmend ausgereizt erscheint.

Auf der Unterseite bietet der 20-Tage-EMA bei 93,79 US-Dollar eine erste Unterstützung. Dort dürften Käufer den vorherrschenden Trend verteidigen, falls es zu einem korrektiven Rücksetzer kommt. Solange der Preis über dieser darunterliegenden Nachfragezone bleibt, sind Käufe bei Rücksetzern gegenüber aggressiven Verkäufen zu bevorzugen. Eine etwaige Konsolidierung dürfte eher als Pause innerhalb der übergeordneten Aufwärtsbewegung denn als Trendwende einzuordnen sein.

(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Häufig gestellte Fragen zu WTI-Öl

WTI-Öl ist eine Rohölsorte, die an den internationalen Märkten gehandelt wird. WTI steht für West Texas Intermediate, eine der drei wichtigsten Rohölsorten neben Brent und Dubai Crude. WTI wird aufgrund seiner relativ geringen Dichte und seines niedrigen Schwefelgehalts auch als „leicht“ und „süß“ bezeichnet. Es gilt als hochwertiges Öl, das sich leicht raffinieren lässt. Es wird in den Vereinigten Staaten gefördert und über den Umschlagplatz Cushing verteilt, der als „Pipeline-Knotenpunkt der Welt“ gilt. WTI dient als Referenz für den Ölmarkt, und sein Preis wird häufig in den Medien zitiert.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die wichtigsten Einflussfaktoren für den Preis von WTI-Öl. So kann das weltweite Wirtschaftswachstum die Nachfrage ankurbeln, während ein schwaches globales Wachstum den gegenteiligen Effekt haben kann. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, eines Zusammenschlusses bedeutender erdölproduzierender Länder, sind ein weiterer wichtiger Preisfaktor. Auch der Wert des US-Dollars beeinflusst den Preis von WTI-Rohöl, da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird. Ein schwächerer US-Dollar kann Öl daher erschwinglicher machen, während ein stärkerer US-Dollar den gegenteiligen Effekt haben kann.

Die wöchentlichen Ölbestandsberichte des American Petroleum Institute (API) und der US-Energieinformationsbehörde (EIA) beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Veränderungen der Lagerbestände spiegeln Schwankungen von Angebot und Nachfrage wider. Zeigen die Daten einen Rückgang der Bestände, kann dies auf eine gestiegene Nachfrage hindeuten und den Ölpreis nach oben treiben. Höhere Bestände können auf ein gestiegenes Angebot hinweisen und die Preise drücken. Der Bericht des API wird jeden Dienstag veröffentlicht, derjenige der EIA am darauffolgenden Tag. Die Ergebnisse sind in der Regel ähnlich: In 75 % der Fälle weichen sie um höchstens 1 % voneinander ab. Die Daten der EIA gelten als verlässlicher, da es sich um eine staatliche Behörde handelt.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist ein Zusammenschluss von zwölf erdölproduzierenden Staaten, die bei halbjährlichen Treffen gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise von WTI-Öl aus. Beschließt die OPEC, die Quoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise nach oben treiben. Erhöht die OPEC die Förderung, hat dies den gegenteiligen Effekt. OPEC+ bezeichnet einen erweiterten Zusammenschluss, dem zehn weitere Nicht-OPEC-Länder angehören, allen voran Russland.