SpaceX und Super Micro übertreffen die Prognosen deutlich, entfachen den KI-Optimismus neu und treiben die Futures auf den Nasdaq 100 nach oben. Als Nächstes stehen die Quartalszahlen von Meta an.

Nach einem nahezu unveränderten Handelsschluss am Dienstag erholen sich die Nasdaq-Futures. Besser als erwartete Quartalsergebnisse von KI-Unternehmen stärken nach dem Ausverkauf in der vergangenen Woche wieder das Vertrauen in KI-Investments.

Der Optimismus kehrt zurück, obwohl Brent über 110 US-Dollar je Barrel notiert. Angriffe rund um die Straße von Hormus schüren Versorgungssorgen, während US-Daten auf einen weiteren Rückgang der Rohölbestände hindeuten. Höhere Ölpreise verstärken zudem die Inflationssorgen. Dies könnte Technologieaktien belasten, falls die Zinsen länger auf erhöhtem Niveau bleiben. Vorerst stützen jedoch starke Quartalsergebnisse die Stimmung.

TMGM Analysis: Financial Market News, Economic Calendar & Market Insights

SpaceX übertrifft Prognosen deutlich

Die SpaceX-Aktie legt vorbörslich um 8 % zu, nachdem Gewinn und Umsatz im dritten Quartal in allen Geschäftsbereichen deutlich über den Erwartungen lagen.

Der Umsatz der Raketensparte stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6 %. Beim Satelliteninternetdienst Starlink sprang der Umsatz um 69 % nach oben, gestützt durch eine nahezu verdoppelte Abonnentenzahl. Die KI-Sparte von SpaceX, auch Superintelligence genannt, zu der die Vermietung von Rechenzentrumskapazitäten und der Chatbot Grok gehören, verzehnfachte ihren Umsatz.

SpaceX meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 4,4 Milliarden US-Dollar, verglichen mit einem Verlust von 1,1 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz erreichte 14,6 Milliarden US-Dollar und lag damit deutlich über den Schätzungen der Wall Street von 12,87 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie fiel mit 0,35 US-Dollar mehr als doppelt so hoch aus wie die erwarteten 0,15 US-Dollar.

Die Ergebnisse zeigen, wie stark SpaceX im Rechenzentrumsmarkt gewachsen ist. Das Unternehmen hat mit Anthropic, Google und Reflection AI Vereinbarungen zur Vermietung von Rechenzentrumskapazitäten geschlossen, die zusammen einen jährlichen Umsatz von 28 Milliarden US-Dollar umfassen.

Der Bau von Rechenzentren ist jedoch teuer, und nicht jedes Unternehmen kann sich günstig finanzieren. In der vergangenen Woche stiegen die Anleiherenditen von CoreWeave auf über 15 %, da sich Anleger um die Fähigkeit des Unternehmens sorgten, seine Schulden zurückzuzahlen. Die Anleiherenditen von SpaceX liegen dagegen bei rund 7 %. Das verschafft SpaceX einen erheblichen Finanzierungsvorteil. Zugleich bieten liquide Mittel von 90 Milliarden US-Dollar dem Unternehmen eine bessere Ausgangslage für die Expansion, während Wettbewerber mit höheren Finanzierungskosten konfrontiert sind.

Anleger werden noch einen weiteren Faktor im Blick behalten. In den nächsten Tagen laufen Haltefristen für rund 35 % der SpaceX-Aktien aus, sodass Anleger und Unternehmensinsider ihre Anteile verkaufen können. Einige könnten die Gelegenheit nutzen, Gewinne zu realisieren. Dies könnte die Kursschwankungen verstärken, während die Stimmung gegenüber KI-Aktien weiterhin fragil ist.

Ausblick von Super Micro überzeugt

Unterdessen legt die Aktie von Super Micro Computer um 16 % zu, nachdem die Ergebnisse die Prognosen übertroffen haben. Das Unternehmen erwartet einen Quartalsumsatz von 18,5 bis 19,5 Milliarden US-Dollar und liegt damit deutlich über seiner bisherigen Prognose von 14,5 bis 15,5 Milliarden US-Dollar.

Die Ergebnisse haben das Vertrauen in Aktien mit KI-Bezug teilweise wiederhergestellt. In der vergangenen Woche hatten Sorgen über die Bewertungen, die Finanzierungskosten des KI-Ausbaus und die Rendite der hohen Investitionen die Anleger verunsichert. Halbleiteraktien verloren 12 %, während der Nasdaq die Woche mit einem Minus von 3 % beendete.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf Meta Platforms. Das Unternehmen legt heute nach US-Börsenschluss seine Ergebnisse vor. Anleger werden nach weiteren Anzeichen dafür suchen, dass sich die Nachfrage nach KI in Gewinnwachstum niederschlägt.

Die jüngsten Ergebnisse stimmen vorerst zuversichtlich, doch die Sorgen über Ausgaben und Finanzierung bestehen weiterhin. Steigende Ölpreise erschweren die Lage zusätzlich: Eine hartnäckige Inflation könnte die Zinsen auf erhöhtem Niveau halten und die nächste Phase des KI-Ausbaus verteuern.

Technische Analyse des Nasdaq 100

Der Nasdaq 100 gab nach dem Erreichen eines Rekordhochs bei 31.365 Punkten nach, bevor er im Bereich von 29.200 Punkten Unterstützung fand. Der Index hat sich von diesem Tief erholt, notiert aber weiterhin unter seinem exponentiellen gleitenden 50-Perioden-Durchschnitt (EMA) sowie unter zwei fallenden Trendlinien, die als Widerstände dienen. Damit bleibt der kurzfristige Ausblick trotz der Erholung der Futures bärisch.

Die Verkäufer dürften auf einen Durchbruch unter 29.200 Punkte setzen. Damit würden das Tief vom 9. Juni bei 28.200 Punkten und der 200-Perioden-EMA bei rund 28.150 Punkten in den Fokus rücken.

Auf der Oberseite müssen die Käufer die Widerstandszone bei 29.830 Punkten zurückerobern, an der die fallenden Trendlinien und der 50-Perioden-EMA zusammenlaufen. Ein Ausbruch darüber würde den Weg in Richtung 31.000 und 31.350 Punkte im Bereich des Rekordhochs ebnen.

 

LIVE-KURSE

Name / Symbol
Diagramm
% Änderung / Preis
NAS100
1 T Änderung
+0.63%
29560
US30
1 T Änderung
+0.85%
52450.17
HK50
1 T Änderung
-3.57%
22995.52
UK100
1 T Änderung
+0.18%
10724.69

ALLES ÜBER INDICES