Japanischer Yen gibt Gewinne bei risikoaverser Marktstimmung und vor Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten (NFP) wieder ab

  • USD/JPY steigt nach einer Erholung von den Tiefständen bei 157,26 in den Bereich von 158,30.
  • Der US-Dollar profitiert von der Risikoaversion und den Markterwartungen eines starken US-Arbeitsmarktberichts, der im weiteren Tagesverlauf veröffentlicht wird.
  • Die Experten von OCBC sehen angesichts des Ausverkaufs bei KI-Aktien und japanischer Portfolioumschichtungen Potenzial für eine weitere Erholung des Yen.

Der japanische Yen (JPY) hat seine anfänglichen Gewinne wieder abgegeben. Der US-Dollar (USD) profitiert unterdessen angesichts der risikoscheuen Marktstimmung von einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Häfen. Zudem stellen sich die Anleger auf einen starken US-Arbeitsmarktbericht zu den Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls, NFP) ein, der im weiteren Verlauf des Freitags veröffentlicht wird. Das Währungspaar USD/JPY notiert nach einer Erholung von den Tiefständen bei 157,26 im Bereich von 158,30 und steuert auf den zweiten Wochengewinn in Folge zu, bleibt jedoch in der Handelsspanne der vergangenen vier Wochen gefangen.

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Händler flüchten am Freitag angesichts eines von Technologiewerten angeführten Kurssturzes an den Aktienmärkten in sichere Anlagen wie US-Staatsanleihen und den US-Dollar. Hintergrund sind Sorgen, dass der umfassende Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen zu einer strengeren Regulierung der KI-Branche und zur Streichung von Plänen für den Bau weiterer Rechenzentren führen wird.

Märkte erwarten starken US-Arbeitsmarktbericht

Darüber hinaus stellt sich der Markt auf einen starken US-Arbeitsmarktbericht ein, der die Argumente für eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im Dezember untermauern könnte. Der Marktkonsens geht für Oktober von einem Nettozuwachs der Beschäftigung um 65.000 Stellen aus, nach 29.000 im September. Die positiven Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und zur Beschäftigungsentwicklung laut ADP, die Anfang dieser Woche veröffentlicht wurden, haben jedoch die Erwartungen einer positiven Überraschung verstärkt. 

Übergeordnet betrachtet wird der Yen jedoch weiterhin von den Markterwartungen gestützt, dass die Bank of Japan (BoJ) ihre Geldpolitik weiter straffen wird. Eine Zinserhöhung im Dezember bleibt dabei eine konkrete Option. Das Protokoll der BoJ-Sitzung vom September bestärkte diese Hoffnungen: Die Währungshüter verwiesen auf die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen, wobei einige von ihnen einen entschlosseneren Straffungszyklus forderten. 

Mit Blick auf die weitere Entwicklung weisen die Strategen von OCBC darauf hin, dass „häufigere, von den USA ausgehende KI-bedingte Schwankungen im Jahr 2027 die Attraktivität des Yen (JPY) als Absicherungsinstrument erhöhen könnten“. OCBC ergänzt, dass „japanische Portfolioumschichtungen ein weiterer potenzieller Impulsgeber für den JPY sind“. Die Märkte dürften „die GPIF-Ergebnisse für Juli bis September auf Anzeichen einer Umschichtung in inländische Vermögenswerte prüfen“. Sollten „der GPIF und andere japanische Anleger mehr Kapital ins Inland zurückführen oder die Währungsabsicherung ihrer Auslandsanlagen erhöhen, könnte eine wichtige Quelle struktureller JPY-Verkäufe versiegen“, schreiben die OCBC-Experten in einer Mitteilung.

Wirtschaftsindikator

Beschäftigte außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls)

Der Bericht zu den Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) weist die Zahl der im Vormonat neu geschaffenen Stellen in allen nichtlandwirtschaftlichen Betrieben der USA aus. Er wird vom US Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlicht. Die monatlichen Veränderungen der Beschäftigtenzahl können äußerst volatil ausfallen. Die Zahlen unterliegen zudem erheblichen Revisionen, die ebenfalls Schwankungen am Devisenmarkt auslösen können. Im Allgemeinen gilt ein hoher Wert als bullisch für den US-Dollar (USD), ein niedriger Wert hingegen als bärisch. Die Revisionen der Vormonatswerte und die Arbeitslosenquote sind jedoch ebenso relevant wie die Gesamtzahl. Die Marktreaktion hängt daher davon ab, wie der Markt sämtliche im BLS-Bericht enthaltenen Daten in ihrer Gesamtheit bewertet.

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Nächste Veröffentlichung: Fr., 6. Nov. 2026, 13:30 Uhr

Häufigkeit: Monatlich

Konsensprognose: 65.000

Vorheriger Wert: 29.000

Quelle:US-Amt für Arbeitsstatistik

Der monatliche US-Arbeitsmarktbericht gilt als wichtigster Konjunkturindikator für Devisenhändler. Die am ersten Freitag nach dem Berichtsmonat veröffentlichte Veränderung der Beschäftigtenzahl steht in engem Zusammenhang mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und wird von politischen Entscheidungsträgern aufmerksam verfolgt. Vollbeschäftigung gehört zu den Mandatszielen der US-Notenbank Federal Reserve. Sie berücksichtigt bei ihren geldpolitischen Entscheidungen die Entwicklungen am Arbeitsmarkt und beeinflusst damit die Wechselkurse. Obwohl mehrere Frühindikatoren in die Schätzungen einfließen, sorgen die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) häufig für Überraschungen an den Märkten und lösen erhebliche Volatilität aus. Fallen die tatsächlichen Zahlen höher aus als die Konsensprognose, ist dies tendenziell bullisch für den US-Dollar.

Konjunkturindikator

Arbeitslosenquote

Die vom US Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlichte Arbeitslosenquote gibt den prozentualen Anteil der zivilen Erwerbspersonen an, die keiner bezahlten Beschäftigung nachgehen, aber aktiv nach Arbeit suchen. In Volkswirtschaften, die sich in einer Rezession befinden, ist die Quote in der Regel höher als in wachsenden Volkswirtschaften. Generell gilt ein Rückgang der Arbeitslosenquote als bullisch für den US-Dollar (USD), während ein Anstieg als bärisch angesehen wird. Allerdings lässt sich aus dieser Kennzahl allein in der Regel nicht die Richtung der nächsten Marktbewegung ableiten, da diese auch von der zentralen Kennzahl zur Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft sowie den übrigen Daten im BLS-Bericht abhängt.

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Nächste Veröffentlichung: Fr., 06. Nov. 2026, 13:30 Uhr

Häufigkeit: Monatlich

Konsensprognose: 4,2 %

Vorheriger Wert: 4,2 %

Quelle: