
NZD/USD zeigt sich nach moderaten Gewinnen am vorherigen Handelstag kaum verändert und notiert am Montag im asiatischen Handel um 0,5700. Das Währungspaar könnte wieder Boden gutmachen, da der Neuseeland-Dollar (NZD) von der Erwartung gestützt werden könnte, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) im weiteren Wochenverlauf die Zinsen anhebt.

Laut TD Securities haben sich die Erwartungen an den geldpolitischen Beschluss der Reserve Bank of New Zealand im Oktober geändert. Die Bank erklärt: „Wir hatten für die Oktober-Sitzung der RBNZ eine Zinspause prognostiziert.“ Inzwischen rechnet sie jedoch damit, dass „die Notenbank den offiziellen Leitzins (Official Cash Rate) auf ihrer Sitzung in dieser Woche um 25 Basispunkte auf 3 % anheben [wird]“.
Obwohl die Daten der vergangenen Woche zeigten, dass die Inflation im dritten Quartal etwas stärker als prognostiziert nachgelassen hat, erwarten Analysten im vierten Quartal eine erneute Zunahme des Preisdrucks. Dieser mögliche Wiederanstieg könnte die Inflation auf über 4 % treiben und länger als bislang prognostiziert oberhalb des RBNZ-Zielkorridors von 1–3 % halten.
Zudem könnte das Währungspaar NZD/USD zulegen, da die Markterwartungen zum geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve den US-Dollar (USD) unter Abwärtsdruck setzen. Die Finanzmärkte rechnen damit, dass die Fed die Zinsen im Oktober unverändert lässt, bevor sie im Dezember möglicherweise eine weitere Zinserhöhung vornimmt. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 90,6 % für eine Zinspause auf der Sitzung am 27.–28. Oktober sowie eine Wahrscheinlichkeit von 79,7 % für eine Zinserhöhung im Dezember ein.
Im weiteren Wochenverlauf dürften Händler wichtige anstehende US-Konjunkturdaten verfolgen, um die künftige Zinsentwicklung einzuschätzen. Besonderes Augenmerk gilt den Inflationsdaten auf Basis der persönlichen Konsumausgaben (PCE) sowie den vorläufigen BIP-Zahlen für das dritte Quartal.
Ökonomen der Deutschen Bank betonen, dass angesichts der weithin erwarteten unveränderten Zinsen die Kommunikation in den Mittelpunkt des Marktinteresses rücken dürfte. Sie erklären: „Das Interesse wird daher der Pressekonferenz von Fed-Chef Warsh gelten und der Frage, wie die Fed die weiterhin erhöhte Inflation und das solide Wachstum gegen die jüngste Verschärfung der Finanzierungsbedingungen abwägt.“ Damit unterstreichen sie, dass die geldpolitische Botschaft für die Positionierung im US-Dollar und in US-Staatsanleihen ebenso wichtig sein könnte wie der Beschluss selbst.
Der Neuseeland-Dollar (NZD), auch als Kiwi bekannt, ist eine unter Anlegern weithin bekannte Handelswährung. Sein Wert wird im Wesentlichen von der Verfassung der neuseeländischen Wirtschaft und der Geldpolitik der Zentralbank des Landes bestimmt. Daneben gibt es einige besondere Einflussfaktoren, die den NZD ebenfalls bewegen können. Die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft wirkt sich häufig auf den Kiwi aus, da China Neuseelands größter Handelspartner ist. Schlechte Nachrichten für die chinesische Wirtschaft bedeuten wahrscheinlich geringere neuseeländische Exporte nach China, was die Wirtschaft und damit auch die Währung belastet. Ein weiterer Einflussfaktor sind die Preise für Milchprodukte, da diese Neuseelands wichtigstes Exportgut sind. Hohe Preise für Milchprodukte steigern die Exporteinnahmen und wirken sich positiv auf die Wirtschaft und damit auf den NZD aus.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt mittelfristig eine Inflationsrate zwischen 1 % und 3 % an, wobei sie diese möglichst nahe am Mittelwert von 2 % halten möchte. Zu diesem Zweck legt die Notenbank ein angemessenes Zinsniveau fest. Ist die Inflation zu hoch, erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen. Dieser Schritt lässt jedoch auch die Anleiherenditen steigen, macht Anlagen im Land für Investoren attraktiver und stärkt damit den NZD. Umgekehrt schwächen niedrigere Zinsen tendenziell den NZD. Auch die sogenannte Zinsdifferenz, also das tatsächliche oder erwartete Zinsniveau in Neuseeland im Vergleich zu den von der US-Notenbank Federal Reserve festgelegten Zinsen, kann eine wesentliche Rolle für die Entwicklung des Währungspaars NZD/USD spielen.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten aus Neuseeland ist entscheidend für die Beurteilung der Wirtschaftslage und kann die Bewertung des Neuseeland-Dollars (NZD) beeinflussen. Eine starke Wirtschaft, die sich durch hohes Wachstum, niedrige Arbeitslosigkeit und großes Vertrauen auszeichnet, ist positiv für den NZD. Hohes Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und kann die Reserve Bank of New Zealand zu Zinserhöhungen veranlassen, wenn diese wirtschaftliche Stärke mit erhöhter Inflation einhergeht. Fallen die Konjunkturdaten hingegen schwach aus, dürfte der NZD abwerten.
Der Neuseeland-Dollar (NZD) tendiert in Phasen hoher Risikobereitschaft zur Stärke, also wenn Anleger die allgemeinen Marktrisiken als gering einschätzen und die Wachstumsaussichten optimistisch beurteilen. Dies führt in der Regel zu günstigeren Aussichten für Rohstoffe und sogenannte „Rohstoffwährungen“ wie den Kiwi. Umgekehrt neigt der NZD in Zeiten von Marktturbulenzen oder wirtschaftlicher Unsicherheit zur Schwäche, da Anleger dann häufig risikoreichere Vermögenswerte verkaufen und in stabilere sichere Häfen flüchten.