US-Dollar-Index: Kursprognose signalisiert bärische Trendwende unter 101,50

  • Der US-Dollar gibt gegenüber den wichtigsten Währungen nach, nachdem die US-Republikaner einen politischen Rückschlag erlitten haben.
  • Die Demokraten gewinnen die Mehrheit der Sitze sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat.
  • Anleger warten auf die US-Beschäftigungsdaten für den Privatsektor und den ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor.

Der US-Dollar (USD) entwickelt sich am Mittwoch schwächer als die wichtigsten anderen Währungen, nachdem die Demokraten in beiden Kammern des US-Kongresses gewonnen haben.

US-Dollar-Kurs heute

Die folgende Tabelle zeigt die heutige prozentuale Veränderung des US-Dollars (USD) gegenüber den aufgeführten wichtigen Währungen. Am schwächsten entwickelte sich der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken.

USD EUR GBP JPY CAD AUD NZD CHF
USD -0,50 % -0,53 % -0,36 % -0,38 % -0,51 % -0,22 % -0,59 %
EUR 0,50 % -0,02 % 0,14 % 0,10 % -0,02 % 0,27 % -0,09 %
GBP 0,53 % 0,02 % 0,17 % 0,15 % 0,02 % 0,30 % -0,07 %
JPY 0,36 % -0,14 % -0,17 % -0,02 % -0,16 % 0,12 % -0,24 %
CAD 0,38 % -0,10 % -0,15 % 0,02 % -0,14 % 0,14 % -0,22 %
AUD 0,51 % 0,02 % -0,02 % 0,16 % 0,14 % 0,28 % -0,08 %
NZD 0,22 % -0,27 % -0,30 % -0,12 % -0,14 % -0,28 % -0,35 %
CHF 0,59 % 0,09 % 0,07 % 0,24 % 0,22 % 0,08 % 0,35 %

Die Heatmap zeigt die prozentualen Veränderungen der wichtigsten Währungen zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, die Kurswährung aus der obersten Zeile. Wenn Sie beispielsweise in der linken Spalte den US-Dollar auswählen und der Zeile horizontal bis zum japanischen Yen folgen, zeigt das entsprechende Feld die prozentuale Veränderung von USD (Basiswährung)/JPY (Kurswährung).

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Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des US-Dollars gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, mit einem Minus von 0,43 % bei rund 101,40. Der DXY liegt damit nahe seinem Monatstief von 101,25, das er im bisherigen Tagesverlauf erreicht hat.

Die Übernahme der Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses durch die Demokraten hat Bedenken geweckt, ob die von der Regierung von Präsident Donald Trump beschlossenen Maßnahmen weiterhin ohne Blockaden umgesetzt werden können. Dies betrifft insbesondere die Förderung von Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI).

Die Analysten von ING stellen fest, dass die politische Entwicklung in den USA die Märkte kurzzeitig verunsichert habe. „Spekulationen darüber, ob ein neuer, von den Demokraten kontrollierter Kongress die KI-Investitionspläne bremsen würde“, hätten eine heftige, aber kurzlebige Reaktion ausgelöst. Sie betonen, dass „die stark von Chipexporteuren geprägten Aktienmärkte Koreas und Taiwans über Nacht angesichts der Nachrichten über die blaue Welle vorübergehend um 3–4 % nachgaben, diese Verluste inzwischen aber vollständig aufgeholt haben“. Ein ähnliches Muster habe sich an den Zins- und Devisenmärkten gezeigt: „Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen haben ihren Rückgang um 8–9 Basispunkte größtenteils wettgemacht, und Währungspaare wie USD/CHF und USD/JPY haben etwa die Hälfte ihres Verlusts von 1 % aus dem frühen asiatischen Handel aufgeholt.“

ING zufolge ist die Umkehr der Kursbewegungen „wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Demokraten erst im Januar ihr Amt antreten“. Zugleich sei „mit der Anerkennung dieser Ergebnisse durch Präsident Trump ein unberechenbarer Risikofaktor für weitere Dollarverluste weggefallen“.

Dennoch warnt die Bank, dass „die Kursbewegungen über Nacht einen Vorgeschmack auf die Märkte im Jahr 2027 geben könnten“, wenn die politischen Folgen eines von den Demokraten kontrollierten Kongresses möglicherweise umfassender eingepreist werden. Die Strategen von ING bekräftigen: „Wir waren der Ansicht, dass ein von den Demokraten kontrollierter Kongress den Dollar leicht belasten würde – sowohl mit Blick auf die Auswirkungen auf das KI-Thema als auch angesichts der Aussicht auf einen längeren Stillstand der US-Regierung, möglicherweise ab dem kommenden Sommer.“

Auf der Konjunkturseite warten die Anleger gespannt auf die ADP-Daten zur Beschäftigungsveränderung in den USA und den ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor für Oktober, die im weiteren Tagesverlauf veröffentlicht werden.

Technische Analyse des US-Dollar-Index

Trend: Im Tageschart notiert der Dollar Index Spot bei 101,38 und weist kurzfristig weiterhin eine leicht bärische Tendenz auf. Er hält sich unter dem exponentiellen gleitenden 20-Tage-Durchschnitt (EMA) bei 101,78 sowie unter mehreren abwärtsgerichteten Trendlinien, die als Widerstände wirken.

Der jüngste Rückgang des Relative-Stärke-Index (14) auf 45,28 deutet auf nachlassendes Aufwärtsmomentum hin. Dies stützt die Einschätzung, dass Erholungen begrenzt bleiben dürften, solange der Kurs unter der Widerstandszone aus dem kurzfristigen EMA und den von 102,46 und 102,96 ausgehenden Abwärtstrendlinien liegt.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand bei der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie nahe 101,40, die nun als Hürde fungiert. Danach folgt der 20-Tage-EMA bei 101,78. Stärkerer Verkaufsdruck ist an den abwärtsgerichteten Trendlinien im Bereich von 102,46 und 102,96 zu erwarten. Auf der Unterseite könnte der Index erneut nachgeben, falls er unter 101,25 fällt.

(Die technische Analyse in diesem Artikel wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)

Häufig gestellte Fragen zu den US-Zwischenwahlen

Die US-Zwischenwahlen sind die Wahlen auf Bundesebene, die nach der Hälfte der vierjährigen Amtszeit eines Präsidenten stattfinden. Die Wähler wählen alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses, etwa ein Drittel der Senatoren sowie in vielen Bundesstaaten Gouverneure und weitere Amtsträger auf bundesstaatlicher und kommunaler Ebene.

Wahltag ist Dienstag, der 3. November 2026. Laut Bundesgesetz finden die Wahlen am Dienstag nach dem ersten Montag im November statt. In vielen Bundesstaaten laufen die vorzeitige Stimmabgabe und die Briefwahl bereits.

Sie entscheiden darüber, welche Partei in den letzten beiden Jahren der Amtszeit von Präsident Donald Trump die jeweilige Kammer des Kongresses kontrolliert. Die Mehrheitspartei bestimmt die Gesetzgebungsagenda, besetzt die Ausschussvorsitze und kontrolliert im Senat die Bestätigung von Richtern und hochrangigen Amtsträgern.

Nein. Der Präsident wird alle vier Jahre gewählt; die nächste Präsidentschaftswahl findet im November 2028 statt. Zwischenwahlen gelten oft als Referendum über die Partei des amtierenden Präsidenten, die historisch betrachtet meist Sitze im Repräsentantenhaus verliert.

Die meisten Analysten erwarten beim US-Dollar eher eine moderate, kurzlebige Reaktion als einen dauerhaften Trend. Unterschiedliche Mehrheiten in den beiden Kongresskammern gelten weithin als Basisszenario und sind teilweise bereits eingepreist. Die Renditen von US-Staatsanleihen könnten deutlicher auf die Ergebnisse reagieren. Wahlausgänge, die Erwartungen an fiskalische Impulse verstärken, lassen tendenziell die Renditen und den US-Dollar steigen. Politische Blockaden, die neue Ausgaben begrenzen, können hingegen beide nach unten drücken. Politische Konflikte, etwa festgefahrene Verhandlungen über die Finanzierung des Staatshaushalts oder die Schuldenobergrenze, können den Dollar als sicheren Hafen ebenfalls kurzfristig stärken. Über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten sind das Wachstum und die Geldpolitik der Fed wichtiger als das Wahlergebnis.

Historisch entwickelten sich US-Aktien vor den Zwischenwahlen schwach und danach stark. Seit 1950 stand der S&P 500 zwölf Monate nach jeder Zwischenwahl höher, also in allen 19 Fällen, mit einem durchschnittlichen Plus von etwa 15 %. Analysten führen dieses Muster darauf zurück, dass die Unsicherheit nach Bekanntwerden der Ergebnisse nachlässt. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für künftige Erträge, und einige Strategen weisen darauf hin, dass die hohen Bewertungen im Jahr 2026 diese Serie auf die Probe stellen könnten.

Die Märkte haben eine geteilte Macht zwischen Präsident und Kongress häufig begrüßt, weil politische Blockaden weitreichende Änderungen bei Steuern, Ausgaben und Regulierung unwahrscheinlicher machen. Unter einem republikanischen Präsidenten hat sich der S&P 500 historisch in den Jahren nach Zwischenwahlen gut entwickelt, wenn danach unterschiedliche Parteien die beiden Kongresskammern kontrollierten. Risiken bergen Fristen für die Haushaltsfinanzierung, Streitigkeiten über die Schuldenobergrenze und Untersuchungen des Kongresses, die kurzfristig für zusätzliche Volatilität sorgen können.