
USD/CAD bleibt den zweiten Tag in Folge unter Druck und notiert am Donnerstag während der europäischen Handelszeiten bei etwa 1,3990. Die technische Analyse des Tagescharts zeigt, dass sich der Kurs des Währungspaars weiterhin innerhalb eines fallenden Keils bewegt. Dies deutet auf einen nachlassenden Verkaufsdruck und einen möglichen bullischen Ausbruch hin.

USD/CAD bleibt kurzfristig bärisch ausgerichtet, da das Währungspaar unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten (EMAs) über neun und 50 Perioden notiert. Der Kurs ist von seinen jüngsten Hochs zurückgefallen, während der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) auf etwa 39 gesunken ist. Dies deutet eher auf eine vorherrschende bärische Dynamik als auf eine ausgeprägt überverkaufte Marktlage hin. Zugleich signalisiert der FXS Fed Sentiment Index mit einem Stand von rund 142 ein lockerer ausgerichtetes geldpolitisches Umfeld, das den Wechselkurs derzeit nicht stützt.
Auf der Unterseite könnte USD/CAD an der unteren Begrenzung des fallenden Keils bei etwa 1,3940 zunächst Unterstützung finden. Ein Ausbruch unter den Keil könnte das Währungspaar unter Abwärtsdruck setzen und in die Region des am 21. Mai verzeichneten Fünfmonatstiefs von 1,3732 führen. Eine weitere Unterstützung liegt bei 1,3481, dem niedrigsten Stand seit Oktober 2024.
USD/CAD könnte sich erholen und zunächst die wichtige Widerstandszone um den Neun-Tage-EMA bei 1,4042 testen. Danach folgen der 50-Tage-EMA bei 1,4060 und die obere Begrenzung des fallenden Keils bei etwa 1,4080. Weitere Kursgewinne über diese gebündelten Widerstände hinaus würden den Weg in die Region des am 14. Oktober verzeichneten Hochs von 1,4299 ebnen, das dem höchsten Stand seit fast 18 Monaten entspricht.
Die Analysten von ING weisen darauf hin, dass der jüngste Schritt der Bank of Canada weitgehend erwartet worden war. Die BoC habe „gestern die Zinsen im Einklang mit den Markterwartungen um 25 Basispunkte auf 2,50 % angehoben“. Sie ergänzen, dass „eine stärkere Wirtschaftsaktivität und wachsende Sorgen über die Weitergabe von Kosten darauf hindeuten, dass es wohl nicht bei diesem einmaligen Schritt bleiben wird“. Zugleich betonten die Währungshüter, sie würden „vorsichtig vorgehen“, was einen maßvollen Ansatz bei einer etwaigen weiteren Straffung unterstreicht.
(Die technische Analyse dieses Artikels wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Zu den wichtigsten Einflussfaktoren für den kanadischen Dollar (CAD) zählen das von der Bank of Canada (BoC) festgelegte Zinsniveau, der Preis von Öl als Kanadas wichtigstem Exportgut, die Verfassung der kanadischen Wirtschaft, die Inflation und die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen dem Wert der kanadischen Exporte und Importe. Weitere Faktoren sind die Marktstimmung – also ob Anleger verstärkt in risikoreichere Anlagen investieren (Risk-on) oder sichere Häfen suchen (Risk-off) –, wobei eine höhere Risikobereitschaft den CAD stützt. Da die USA Kanadas größter Handelspartner sind, ist auch die Verfassung der US-Wirtschaft ein wesentlicher Einflussfaktor für den kanadischen Dollar.
Die Bank of Canada (BoC) beeinflusst den kanadischen Dollar maßgeblich, indem sie das Zinsniveau festlegt, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen können. Dies wirkt sich auf das allgemeine Zinsniveau aus. Das Hauptziel der BoC besteht darin, die Inflation durch Zinserhöhungen oder -senkungen zwischen 1 und 3 % zu halten. Vergleichsweise höhere Zinsen wirken sich tendenziell positiv auf den CAD aus. Die Bank of Canada kann die Kreditbedingungen auch durch quantitative Lockerung und Straffung beeinflussen, wobei Erstere den CAD belastet und Letztere ihn stützt.
Der Ölpreis ist ein wesentlicher Einflussfaktor für den Wert des kanadischen Dollars. Erdöl ist Kanadas wichtigstes Exportgut, weshalb sich der Ölpreis tendenziell unmittelbar auf den Wert des CAD auswirkt. Steigt der Ölpreis, legt in der Regel auch der CAD zu, da die Gesamtnachfrage nach der Währung zunimmt. Bei einem sinkenden Ölpreis verhält es sich umgekehrt. Höhere Ölpreise erhöhen zudem tendenziell die Wahrscheinlichkeit eines Handelsbilanzüberschusses, was den CAD ebenfalls stützt.
Traditionell galt Inflation als negativer Faktor für eine Währung, da sie den Geldwert mindert. Seit der Lockerung grenzüberschreitender Kapitalverkehrskontrollen ist in der heutigen Zeit jedoch häufig das Gegenteil der Fall. Eine höhere Inflation veranlasst Zentralbanken tendenziell zu Zinserhöhungen. Dies zieht verstärkt Kapital von internationalen Anlegern an, die nach einer rentablen Anlagemöglichkeit suchen. Dadurch steigt die Nachfrage nach der Landeswährung, im Fall Kanadas also nach dem kanadischen Dollar.
Veröffentlichte makroökonomische Daten geben Aufschluss über die Verfassung der Wirtschaft und können sich auf den kanadischen Dollar auswirken. Indikatoren wie das BIP, die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungsdaten und Umfragen zum Verbrauchervertrauen können die Kursrichtung des CAD beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist positiv für den kanadischen Dollar. Sie zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada auch zu Zinserhöhungen veranlassen, was die Währung stärkt. Fallen die Konjunkturdaten hingegen schwach aus, dürfte der CAD nachgeben.